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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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die Polen und Dänen brachten ihm Tribut dar und empfingen von ihmchristliche Bischöfe; selbst die Ungarn sandten ihm Geschenke. So er-hob Otto Deutschland zum mächtigsten Staat Europas.

5. Die späteren Ottonen. Erlöschen des sächsischenKaiserhauses (1024). — Ottos gleichnamiger Sohn, Otto II., undsein Enkel, Otto III., beides reichbegabte Jünglinge, träumten schondavon, die Weltherrschaft der alten römischen Kaiser in aller Formwieder herzustellen. Aber der ganze Erfolg ihres allzu hochfliegendenStrebens war, daß sie frühzeitig den Tod fanden und das Reich introstloser Verwirrung hinterließen. Es bedurfte langer Kämpfe, bisOttos III. Vetter und Nachfolger, Heinrich II., das kaiserliche An-sehen wieder hergestellt und den Trotz der großen Vasallen gebändigthatte. Zuletzt durfte er sich aber doch, ohne ein eitler Prahler zu sein,auf dem Throne malen lassen, wie ihm die blonde Germania diente,die schwarze Gallia die Friedenspalme reichte, die braune Roma unddie rote Sclavinia Tribut darbrachten. Mit Heinrichs II. Tode erloschdas sächsische Kaiserhaus, nachdem es mehr als ein Jahrhundertruhmvoll über Deutschland gewaltet (918—1024).

6. Höchste Macht des Kaisertums unter Konrad II.und Heinrich III. (1024—1066). — Hätte das sächsische Geschlechtfortbestanden, so würde Deutschland ohne Zweifel eine Erbmonarchiegeworden sein wie Frankreich. So aber wurden die deutschen Großendaran erinnert, daß es in ihrer Macht stand, den Herrscher zu wählen.Die Herzoge, Grafen, Bischöfe und übrigen Herren versammelten sichin der Ebene am Rhein zwischen Mainz und Worms unter freiemHimmel und erhoben einen fränkischen Großen zum König, Kvnrad II.genannt der Salier. Das war ein harter, aber außerordentlich .tüchtiger Herrscher. Mit eiserner Hand hielt er Ordnung im Innernund Wacht an den Grenzen. „An Konrads Sattel hangen die BügelKarls des Großen," sagte das Volk. Er erweiterte auch das Reich, in-dem er das schöne Königreich Burgund, welches das ganze Rhone-und Saönegebiet mit Städten, wie Genf, Lyon und Marseille, umfaßte,halb durch Erbschaft, halb durch Eroberung gewann (1033), währendim Osten der König von Polen sein Land von ihm zu Lehen nahm.

— Den Gipfel der Macht aber erstieg das römisch-deutsche Kaisertum