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Unterwalden, lebten freiheitsliebende Hirten, welche durch klugeBenutzung der Umstände sich mancherlei Rechte erworben hatten. Uriwar schon 1231 reichsunmittelbar geworden, und Schwyz war einer derwenigen Flecken Erde, wo die Bauern ihre alte Unabhängigkeit bewahrthatten und nicht in Hörigkeit oder Zinsbarkeit heruntergesunken waren.Um ihre Freiheiten zu sichern, schlössen die drei „ Waldstätte" im August1291, einige Wochen nach König Rudolfs Tod, einen ewigen Bundmit einander und teilten fortan Freud und Leid. Es gelang ihnen sogar,Kaiser Heinrich VII., als er 1309 in Konstanz weilte, zu bewegen, siesämtlich für reichssrei zu erklären aus Kosten der Habsburger,die über Schwyz und Unterwalden die gräflichen Rechte besaßen. Alsihr Wohltäter starb und Friedrich der Schöne sich die Kaiserwürdeanmaßte, widerrief dieser ihre Freiheitsbriefe und erklärte sie wegenAufruhrs in die Acht, mit deren Vollstreckung er seinen Bruder Leopoldbeauftragte. Aber die Bauern zeigten, daß sie es verstanden, ihre Selb-ständigkeit auch mit den Waffen zu verteidigen. Als Leopold von Zugnach Schwyz ziehen wollte, brachte das mutige Völklein, das der Schweizden Namen gegeben hat, mit seinen Verbündeten im Engpaß des Mor-gartens am Agerisee den österreichischen Rittern eine blutige Niederlagebei (1315). Von da an suchten selbst bedeutende Städte, wie Luzern,Zürich, Bern, den Schutz des Bauernbundes. Die „Eidgenossenschaft"dehnte sich rasch aus, meist wieder auf Kosten der Habsburger, denenein großer Teil der Schweiz gehörte. Noch einmal machten diese den Ver-such, das Unabhängigkeitsstrebender Bürger und Bauern zu unterdrücken.Mit stattlichem Heere zog Herzog Leopold III., der Neffe des beiMorgarten Geschlagenen, 1386 vor das kleine Städtchen Sempach,um nach dessen Einnahme gegen Luzern zu rücken; die Eidgenossen stelltensich ihm entgegen, aber das von Spießen starrende, gepanzerte Ritter-heer schien unüberwindlich. Da machte, so erzählt ein altes Lied,Arnold Winkelried von Unterwalden durch seinen Opfertod eineGasse in die Eisenmauer, die Eidgenossen drangen ihm nach und zer-malmten mit ihren wuchtigen Hieben den Feind, der von der Julihitzeund den schweren Rüstungen ermattet war; der ritterliche Herzog fanddabei selbst einen frühen Tod. Der Tag von Sempach erhielt seineVollendung durch den wunderbaren Sieg von Näfels, wo 400 G larn er