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Deutschland erst geben sollten, Friede und Recht, Sicherheit des Handelsund Wandels im Innern und Stärke nach außen, besaßen sie ja schonund brauchten das Reich nicht dazu. Was der Kaiser von ihnen ver-langte, wäre der Preisgebung ihrer mit ihrem Blute errungenen Unab-hängigkeit gleichgekommen, sie wären wieder Untertanen des Kaisers undder Fürsten geworden. Daher ließen sie sich weder durch Bitten nochdurch Drohungen bewegen, dem Ansinnen Maximilians Folge zu leisten.Diese Weigerung im Verein damit, daß um diese Zeit Granbündensich an die Eidgenossenschaft anschloß, um der Ländergier Oesterreichszu entgehen, rief 1499 den sogenannten Schwabenkrieg hervor, inwelchem die Schweizer ihre kriegerische Überlegenheit über die deutschenRitter und Landsknechte aufs neue glänzend bewiesen. In einer Reihevon Gefechten und Schlachten bei Fußach, Triboldingen, Frastenz,an der Calven, bei Dorn eck und anderen Orten siegten sie überdie an Zahl weit stärkeren Heere Maximilians und des schwäbischenBundes. Unter der Vermittlung des Herzogs von Mailand kam zuBasel ein Friede zu stände, in welchem von Anerkennung des Reichs-kammergerichtes oder des Reichspsennigs seitens der Eidgenossen nichtmehr die Rede war. Damit war stillschweigend zugestanden, daß dieBeschlüsse von Kaiser und Reich für sie keine Geltung hätten, d. h. dieSchweiz war tatsächlich vom Reiche abgelöst, wenn auchihre Unabhängigkeit in aller Form erst hundertsünszig Jahre später, imwestfälischen Frieden, anerkannt wurde.
IV. Das Wiedererwachen des Altertums.
Durckhardt, Die Kultur der Renaissance in Italien, 2 Bde. Doigt, Die Wiederbelebungdes klassischen Altertums, 2 Bde. Geiger, Renaissance und Humanismus in Italien und Deutsch-land (Oncken). Iwiedineck-Südenhorst, Venedig als Weltmacht und Weltstadt. Heyck, Florenzund die Mediceer. van der Linde» Gutenberg, Geschichte und Erdichtung. Derselbe, Geschichteder Erfindung der Buchdruckerkunst, 3 Bde. Meisner und Luther, Die Erfindung der Buchdrucker-kunst. Lorck, Handbuch der Geschichte der Buchdruckerkunst, 2 Bde. Dörckel, Gutenberg und seineberühmtesten Nachfolger im ersten Jahrhundert der Typographie.
1. Italien im 14. und 15. Jahrhundert. — Jahrhundertevor der Schweiz hatte sich Italien von deutschen Reiche losgemacht.Aber ungleich der Eidgenossenschaft zerstoben die Bünde der italienischenStädte, sobald sie ihren Heldenkampf gegen die Hohenstaufen ausge-kämpft hatten. Das war das Unglück der Halbinsel, die dadurch in