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erstandenes Athen. An dem hochgebildeten Cosimo Medici, demreichsten Kaufmanns seiner Zeit, fand die florentinische Demokratie ihrenPerikles; dreißig Jahre hindurch leitete er, vom Vertrauen des Volkesgetragen, die Republik in ausgezeichneter Weise (um 1450). Sein Enkel,Lorenzo der Prächtige, war ihm an hohem Sinn und Gaben ähn-lich; doch steuerte er schon deutlich auf die Tyrannis hin, weshalb seineSöhne aus der Stadt vertrieben wurden.
3. Der Humanismus. — Seit den Hellenen hat kein Volk sogroßen Einfluß auf die Bildung der Welt ausgeübt wie das italienischevom 14. bis 16. Jahrhundert, und schwerlich kann sich außer Athen eineStadt rühmen, einen solchen Reichtum an herrlichen Geistern nachein-ander hervorgebracht zu haben wie Florenz. Hier lebte um 1300 derDichter Dante, der in seiner „göttlichen Komödie" das Jenseits nachden Vorstellungen seiner Zeit, Hölle, Fegfeuer und Himmel, in so er-greifenden und erhabenen Bildern vorführt, daß er gleichsam als derchristliche Hvnier gefeiert wird. Wie Dante als der größte Epiker, sogalt ein anderer Florentiner, Petrarca (um 1350), als der vorzüg-lichste Lyriker Italiens. Durch die beiden ist die florentinische Mundartzur nationalen Schriftsprache Italiens erhoben und ausgebildet worden.Aber Petrarca übte noch eine andere mächtigere Wirkung aus: er gabden Anstoß zu der sogenannten Wiedergeburt des Altertums(Renaissance). Wohl war die Kunde von der großen Vorzeit derHalbinsel, da sie durch Rom der Welt Gesetze gab, bei den Italienernnie ganz verschollen; der Anblick der gewaltigen Ruinen mahnte sie lautgenug daran. Aber außer einigen Dichtern war im Grunde doch nurwenig mehr davon bekannt; selbst in Klöstern, die als Pflegstätten derWissenschaft galten, lagen die mit den alten Schriftstellern beschriebenenPergamentrollen auf fensterlosen Speichern in ungeordneten Haufen,dem Moder und den Ratten preisgegeben, oder was noch schlimmer war,der Unwissenheit der Mönche, die das Geschriebene abkratzten,§ um Hei-ligengeschichten, erbauliche Betrachtungen u. dergl. darauf zu schreiben.Da war es Petrarca, der sich zuerst wieder bemühte, die Werke der Altenvom Untergänge zu retten und sich durch sorgfältiges Studium in ihrenGeist zu vertiefen. Nach allen Seiten hin schickte er Briefe und Geldoder machte selber große Reisen, um ihnen nachzuspüren, und fast von