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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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Sultan Bajazet vernichtete 1396 bei Niko polts an der Donau einmächtiges Kreuzheer, das unter König Sigmund von Ungarn flußab-wärts geeilt war. Nichts hätte den Sultan mehr von der EroberungKonstantinopels abhalten können, wenn er nicht von einem noch Mäch-tigern im Rücken bedroht worden wäre. Der kriegsgewaltige MongoleTimur lenk hatte um 1380 das Reich Dschingischans wieder herge-stellt und von Moskau bis Dehli, von der chinesischen Mauer bis zumMittelmeer alle Völker elend gemacht, überall rauchende Städte undSchädelppramiden als Denkmäler seiner 35 Feldzüge hinterlassend.Jetzt griff er auch die Türken an; bei An gora in Kleinasien stellte sichihm Bajazet entgegen und wurde geschlagen, gefangen und von demSieger bis an sein Ende in einem vergitterten Käfig herumgeführt.

3. Eroberung Konstantinop els (1453). Nach TimursTode ging das Mongolenreich abermals in Stücke, und die Osmanenerhoben sich wieder. Schon residierten ihre Sultane fast ein Jahrhun-dert in Adrianopel, als der berühmteste derselben, Mohammed II.beschloß, dem Scheinleben des griechischen Reiches durch EroberungKonstantinopels ein Ende zu machen. Das Abendland, das einstzur Eroberung des fernen Jerusalem Millionen von Menschenlebenopferte, tat nichts für die Verteidigung des Schlüssels zu Europa. Daseinzige Genua schickte dem griechischen Kaiser einige Hilfe. Dieser, derden Namen Konstantins, des Gründers der Stadt, trug, war ent-schlossen, wenigstens ehrenvoll unterzugehen. Obschon er aus der ver-weichlichten Weltstadt kaum 6000 Waffenfähige auftreiben konnte, hielter sich im Verein mit G iu st in i an i, dem tapfern Befehlshaber derGenüssen, fast zwei Monate lang gegen die ungeheuren Scharen Mo-hammeds. Als schon weite Breschen in den Mauern klafften, erfolgteam 29. Mai 1453 der Sturm. Giustiniani wurde verwundet, Konstantinstarb den Heldentod, die Bevölkerung wurde niedergemetzelt oder in dieSklaverei geschleppt, und in der Sophienkirche erscholl der türkische Al-lahruf. Der Fall Konstantinopels erfüllte die Christenheit mit Schreckenund Trauer. Schon drohte der wilde Sieger, seine Rosse in der Peters-kirche zu füttern, und versuchte in Ungarn einzubrechen. Da hemmteJohannes Hunpadi, der größte Held des ungarischen Volkes,der die Türken schon wiederholt geschlagen hatte, Mohammeds Sieges-