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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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überzusetzen. Der Augenblick der Entscheidung nahte. Fiel England,so war Philipp Herr Europas, und um die politische und religiöseFreiheit der Welt war es geschehen. Elisabeth besaß weder ein Heernoch eine Flotte, die sich mit den spanischen hätte messen können; aberdie Begeisterung ihres Volkes Half ihr über die Schwierigkeiten hinweg.Die ganze männliche Bevölkerung wurde unter die Waffen gerufen nndeine Menge Kaufsahrer in Kriegsschiffe verwandelt. Zum ersten Malezeigte sich jetzt die unübertreffliche Geschicklichkeit der Engländer zur See.Während ihre natürlichen Verbündeten, die Holländer, den Herzog vonParma bewachten, um ihn am Auslaufen zu verhindern, griffen sie un-verzagt die Spanier an, als diese im Kanal erschienen, und richteten,befehligt von Führern wie Drake, in einer Reihe von Seegefechtenmit ihren kleinen, aber beweglichen Fahrzeugen unter den unbehilslichenKolossen der Armada solche Verwirrung an, daß der Befehlshaber der-selben weder an eine Landung, noch auch nur an die Rückkehr durchden Kanal zu denken wagte, sondern den Weg nach der Heimat umSchottland herum zu gewinnen suchte. Dort, zwischen den Felsen-eilanden im Norden Britanniens, vollendeten Stürme die Vernichtungderunüberwindlichen" Flotte, von der nur noch Trümmer heimkehrten.70 Kriegsschiffe, 20,000 Menschenleben hatten die Spanier verloren.So war dieser furchtbare Angriff, an dem Philipp während dreierJahre gearbeitet und der ihn nahezu eine halbe Milliarde heutigenGeldwertes gekostet hatte, binnen wenigen Tagen zu Schanden geworden.

7. Die Holländer in Indien. Ende des Unabhängig-keitskrieges (1609). Die Niederländer frohlockten über den SiegElisabeths, als wäre es ihr eigener. Einige Jahre später starb ihr ge-fährlichster Feind, der Herzog von Parma, nachdem er der spanischenMonarchie die südlichen Landschaften gerettet, die nun als Belgieneiner gesonderten Bestimmung entgegengingen. Wenn es ihm nicht ge-lungen war, seine Ausgabe zu vollenden, so war das größtenteilsPhilipps eigene Schuld, den das Scheitern seiner Absichten aus Eng-land nicht abhielt, sich in die Bürgerkriege Frankreichs zu mischen,und der Farnese wider dessen Willen zwang, zweimal mit seinen bestenTruppen die Niederlande zu verlassen und gegen Heinrich IV. in Frank-reich zu ziehen. Die Holländer dagegen fanden an Moritz von