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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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trefflicher Feldherr und erfocht einen glänzenden Sieg über die Lignebei Jörg in der Normandie, wo man seinen weißen Helmbusch imdichtesten Kampfgewühle erblickte. Aber er war nicht imstande, dieStädte zu bezwingen. Paris zumal leistete ihm einen Widerstand, dereiner besseren Sache wert gewesen wäre, und zweimal, als er sich amZiele glaubte, erschien Alexander Farnese im Auftrage Philipps II.von den Niederlanden her, vor dessen überlegenen Truppen er zurück-weichen mußte. Schon schickte sich die Ligne an, Frankreich völlig anPhilipp II. zu überliefern; man war nur noch nicht einig, aus welcheWeise dies geschehen sollte. Da entschloß sich Heinrich IV. auf dieBitten patriotischer Katholiken und Protestanten, sein Land zu retten,indem er 1593 öffentlich zum Katholizismus übertrat und dadurch dieSchranken, die ihn von seinem Volke trennten, niederriß. Jetzt brachdie Ligne wie durch Zanberschlag zusammen; eine Stadt um die andere,ein Führer nach dem anderen bot dem König die Unterwerfung an, unddieser erleichterte ihnen den Schritt durch seine milde Versöhnlichkeit.Auch Paris öffnete ihm jetzt die Tore, und unter dem Jauchzen derselbenMenge, die ihn noch eben verwünscht, nahm er im Frühjahr 1594 vonder Hauptstadt ohne Schwertstreich Besitz. So sah Philipp II. auch hierseine Absichten durchkreuzt; im Frieden von Vervins mußte erHeinrich IV. als König von Frankreich anerkennen und ihm die von denSpaniern besetzten Plätze zurückgeben (1598). In demselben Jahreverschwand die letzte Spur der Ligne und schloß Heinrich die Aera derReligionskriege durch das berühmte Edikt von Nantes, worin erseinen ehemaligen Glaubensgenossen bürgerliche Gleichstellung mit denKatholiken und freie Ausübung ihres Gottesdienstes zusicherte mit ge-wissen Einschränkungen, welche ihm die Rücksicht aus den immer fort-glimmenden Haß der Katholiken auferlegte. Auch so stieß das Ediktauf erbitterten Widerstand, aber der König setzte es durch und ließ denHugenotten für alle Fälle ihre Sicherheitsplätze. — Nun wandte sichHeinrich IV. mit edlem Eifer der Aufgabe zu, die Wunden des Bürger-krieges zu heilen. Er hatte das Glück, dabei an einem seiner reformiertenKampfgenossen, dem Herzog von Sullp, einen ausgezeichneten Mit-arbeiter zu finden, der es verstand, die gänzlich zerrüttete Geldwirt-schast des Staates durch strenge Sparsamkeit wieder in Ordnung zn