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waren Deutschlands, die Spitzen und Teppiche Flanderns, das Tuchund Linnen Hollands, den Stahl und die Wollwaren Englands bereitenzu lehren. Durch hohe Zölle aus fremde Prodickte schützte er die ent-stehende heimische Industrie vor der Konkurrenz des Auslandes undsuchte sie durch Musterschulen, Ermunterungen und Belohnungen, Ge-bote und Verbote allerart zu möglichst hoher Vollendung zu bringen.Er legte die erste große künstliche Wasserstraße Europas an, den Kanalvon Lauguedoc, der auf 55 Bogengängen Täler und Höhen über-schreitet und die Garonne mit dem Mittelmeer verbindet. Durch seineFürsorge für die Schiffahrt, Anlegung von künstlichen und Ausbesserungder natürlichen Häfen, durch Erbauung einer gewaltigen Kriegsflotte,durch Erwerbung von ausgedehnten Besitzungen in Indien, Afrikaund Amerika wurde er der Vater der französischen See- und Ko-lonialmacht, die eine Zeitlang mit der holländischen und englischenum die Palme rang. — Was Colbert für die Steuerkrast, das tatender Kriegsminister Louvois und der Festungsbauer Vauban imVerein mit ausgezeichneten Feldherren, wie Conda und Turenne,für die Wehrkraft des Landes. Louvois vermehrte die stehende Armeeauf Hunderttausende, vervollkommnete ihre Ausbildung durch Anordnungregelmäßiger Übungen, führte die Uniform ein, machte zuerst den Ge-brauch der Schießwasfen allgemein, indem er die Pike durch das Bajo-nett ersetzte, errichtete Militärschuleu, Magazine, Jnvalidenspitäler u.a.und wurde so der Schöpfer des modernen Heerwesens. Vauban aber,der größte Ingenieur seines Jahrhunderts, umgab Frankreich da, woihm natürliche Bollwerke abgingen, namentlich vom Rhein bis zumKanal, mit einem Wall von Festungen, die damals für uubezwinglichgalten. So genoß Frankreich den Ruhm, der bestverwaltete und best-verteidigte Staat Europas zu sein. — Gleichzeitig warf das goldeneZeitalter der französischen Literatur, das schon unter Riche-lieu begonnen, seinen verklärenden Schimmer auf Ludwigs XIV. Re-gierung. Descartes und Pascal, zwei der größten Denker undGelehrten der Neuzeit, die Bischöfe Bossuet und Fsuelon, jenerein viel bewunderter Kanzelredner und Geschichtsschreiber, dieser einliebenswürdiger Lehrer und Erzähler, nebst zahlreichen andern bedeuten-den Schriftstellern verliehen der französischen Prosa die unvergleichliche