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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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ein türkischer Pascha in Ofen, und im Jahre 1683 setzten die Osmanennach einmal Europa in Schrecken. Von den Ungarn, deren FreiheitenLeopold unterdrücken wollte, herbeigerufen, erschien der GroßwesirKara Mustapha mit 200,000 Mann vor Wien, und trotz dertapfersten Verteidigung war die Stadt auf dem Punkte zu fallen. Daerhielt der Feldherr des Kaisers, Herzog Karl von Lothringen,der, von Ludwig XIV. aus seinem Fürstentum vertrieben, in öster-reichische Dienste getreten war, Hilfe von den Kurfürsten von Sachsenund Bayern, sowie von dem tapferen Polenkönig Johann So-biesky, der selbst mit einem Heere herbeieilte. Den vereinten An-strengungen der Deutschen und Polen erlag die türkische Übermacht unterden Mauern von Wien. Das war ein Wendepunkt in den Geschickendes Ostens. Karl von Lothringen erstürmte Ofen und schlug dieTürken nochmals bei Mohacs. Ein anderer Fremdling im DiensteÖsterreichs, Prinz Engen aus einer Nebenlinie des Hauses Sa-voyen, der, in Paris geboren, aber von Ludwig XIV. wegen feinesunansehnlichen Äußern verschmäht, sich ebenfalls nach Wien begebenhatte und hier rasch zu den höchsten Würden emporgestiegen war, vollen-dete die Niederlage der Türken. 1607 erfocht er einen Sieg bei Zentaan der Theiß, wobei 30,000 Feinde durch die Waffen und in den Flutendes Stromes umkamen. Im Frieden von Karlowitz (1690) erhieltOesterreich fast ganz Ungarn, Slavonien und Siebenbürgenabgetreten. Noch höheren Glanz verschaffte Prinz Eugen, Österreichsgrößter Feldherr und Staatsmann, den Söhnen Leopolds, den KaisernJoseph I. (170511) und Karl VI. (171140), durch seine Siegeim spanischen Erbfolgekrieg, durch die er Belgien, die Lom-bardei und Neapel für Österreich gewann. Dann wandte er seineruhmbedeckten Waffen abermals wider die Türken, schlug ste 1716 beiPeterwardein, eroberte die starke Feste Belgrad und fügte seinemAdoptivvaterlande das Banat, d. h. den Rest Ungarns zwischen Ma-ros und Theiß, das nördliche Serbien und die Wal lach ei bis zurAluta hinzu (1718). Er mußte es freilich noch erleben, daß ein gutesStück seiner Eroberungen wieder verloren ging. Karl VI. mischte sichin polnische Thronhändel ein und verfeindete sich dabei mit Frank-reich. Der alte Prinz Engen wußte das Glück in diesempolnischen