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denn nicht ein königsloser Staat, eine Republik der Monarchie vorzu-ziehen wäre. Sie gaben diesen Gedanken in den Wildnissen Nord-amerikas Ausdruck, wo viele von ihnen Zuflucht suchten und die Re-publiken von Neuengland gründeten, wovon später die Rede sein wird.
3. Karls I. Despotie (1626—40). — Ernstlicher gestaltetesich die Lage unter Jakobs Sohn, Karl I., der die Ideen seines Vatersvollkommen teilte und weit mehr Mut und Entschlossenheit besaß, siezu verwirklichen. Die Vertreter der Nation, durch Jakobs Verhaltenmißtrauisch gemacht, erklärten, Karl I. die geforderten Gelder nicht be-willigen zu können, bevor er Bürgschaften dafür gegeben habe, daß erdie Freiheiten des Landes achten werde. „Wir sind die letzte Monarchie,die noch ihre Freiheiten besitzt", rief ein Redner im Parlamente aus,„laßt sie nicht untergehen!" Der König löste zwei Parlamente nach-einander auf; aber das dritte zeigte sich nicht weniger hartnäckig undzwang ihn 1628, in der sogenannten Bittschrift um die Rechte(Petition ok kiAtits), der zweiten großen Verfassungsurkunde Eng-lands, das Steuerbewilligungsrecht des Parlamentes, die Gesetzwidrig-keit willkürlicher Verhaftungen u. a. m. aufs neue zu bestätigen. Kaumhatte es ihm hierauf die Steuern bewilligt, so schickte er die Versamm-lung nach Hause und warf ihre Leiter in den Tower; ihr größterRedner, Elliot, starb nach vierjähriger Haft in den Mauern des Ge-fängnisses. Fortan regierte Karl ohne Parlament, wie es seit 1614in Frankreich geschah. Dabei ließ er sich vorzüglich von dem ehrgeizigenThomas Wentworth, nachmaligem Grafen von Straffvrd,beraten, der früher zu seinen hervorragendsten Widersachern im Par-lament gehört, dann aber seine Farbe gewechselt hatte. Straffordwollte nun der Richelieu Englands werden und scheute vor keiner Ge-walttat, vor keinem Gesetzesbruch zurück, um seinen König so absolutals irgend einen in der Welt zu machen. Gleichzeitig betrieb der eng-herzige Erzbischof Land die Ausrottung des Puritanismus mit demEifer eines Großinquisitors. Selbst die Auswanderung wurde jetzt denSektierern verboten, und puritanische Gedanken zu äußern, galt schonals ein Verbrechen. Der Advokat Prynne, der im Sinne Calvins ineiner Schrift wider Theater, Tanz, Maskeraden u. dergl. geeifert hatte,wurde dafür beider Ohren beraubt, an den Pranger gestellt und zu