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Gelegenheit, es ganz nach dem Mnster seines Regiments umzumodeln.So vernichtete er 1645 bei Naseby unweit Northampton die ganzeStreitmacht des Königs. Dieser floh zu den Schotten, Wichte jedochihre Zuneigung nicht zu gewinnen und wurde von ihnen an das eng-lische Parlament ausgeliefert.
6. Karls I. Hinrichtung (1649). — Der Sieg der Rund-köpfe war vollständig; aber schon war in ihren Reihen über der Frage,was aus der englischen Kirche werden sollte, eine verhängnisvolleSpaltung ausgebrochen. Einig im Haffe gegen Land, der gegen Endedes Bürgerkrieges ebensalls das Schaffst besteigen mußte, wollten alledie Beseitigung der von ihm mißbrauchten bischöflichen Ordnung. Diegroße Mehrheit der Puritaner beabsichtigte, an ihre Stelle nach demVorbilde der Schotten die streng calvinische presbyterianische Kirchezu setzen, von der keinerlei Abweichung geduldet werden sollte. Aberschon gab es in ihrer Mitte Leute, welche fanden, daß jeder Glaubens-zwang verwerflich sei, mochte er von Bischöfen oder Presbytern aus-geübt werden, und die daher für jede christliche Gemeinde oder SekteDuldung (Toleranz) verlangten, so daß sie unabhängig (inckspsn-cksut) von der Landeskirche nach ihrem Ermessen Gott dienen dürfe.Noch war jedoch das Verständnis für Glaubensfreiheit so wenig ver-breitet, daß die Forderung der Toleranz im Parlament, in der Geist-lichkeit und im Volk auf den heftigsten Widerstand stieß. Allein wenndie „Presbyterianer" im Parlament und Volk die Mehrheit für sichhatten, so war die Gesinnung der „Jndependenten", wie man dieAnhänger der Glaubensfreiheit nannte, im Heere stark verbreitet, undCromwell machte sich zu ihrem Sprecher. So wurde der Streitzwischen Presbyterianern und Jndependenten zu einem solchen zwischenParlament und Armee. Als jenes zur AuflösuM der letzternschreiten wollte, bemächtigten sich die puritanischen Soldaten der Persondes Königs, zogen gegen London und zwangen die Versammlung, ihreBeschlüsse zurückzunehmen. Jede Partei suchte nun den gefangenenKönig für sich zu gewinnen, und dieser unterhandelte mit beiden, umbeide zu täuschen; er hoffte die verhaßten Gegner sich bald unterein-ander zerfleischen zu sehen. Aber dies doppelzüngige Spiel rächte sichschließlich furchtbar an ihm selber. Die Soldaten verloren die Geduld