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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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302
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nicht anf den ungewissen Ausgang einer Schlacht ankommen lassen,und Joseph mußte sich mit einer kleinen Ecke Bayerns, dem sogen.Jnnviertel, begnügen. Einige Jahre später suchte er seinen Zweck dochzu erreichen, indem er dem neuen Kurfürsten von Bayern das entfernteBelgien znm Tausch anbot. Schon war der Handel so gut wie ab-geschlossen, als Friedrich der Große abermals dazwischen trat, einenFürstenbund nach Art des schmalkaldischen gegen den Kaiser stifteteund diesen nötigte, von seiner Absicht abzustehen (178ö). Darauf be-gann Joseph II. im Bund mit Katharina II. von Rußland einenKrieg gegen die Türkei, in der Absicht, diese zu teilen. Sofortbildete sich ein Bündnis zwischen Preußen, England und Polen, umdie Türkei vor den russisch-österreichischen Teilungsplänen zu retten.Zugleich brach in Brüssel der offene Aufstand aus, die kaiserlichenTruppen wurden vertrieben, und Belgien erklärte sich unabhängig.Auch in Ungarn regte sich, von Preußen heimlich geschärt, drohenderWiderstand, und Joseph II., der sich in einem Feldzug in die Walacheiden Keim zu unheilbarer Krankheit geholt, sah sich genötigt, noch aufdem Todbette die meisten seiner Neuerungen zu widerrufen; doch be-harrte er unerschütterlich anf dem Toleranzedikt und der Aufhebungder Leibeigenschaft. Schmerzlicher Erfahrung voll, wünschte er sichdie Grabschrift:Hier ruht ein Fürst, dessen Absichten rein waren,der aber das Unglück hatte, all seine Pläne scheitern zu sehen." Erstarb 4!> Jahre alt, tief betrauert vom nieder» Volke, das ihm denAnsang seiner Befreiung verdankte.

8. Leopold II. (17!>0 -!12). Ihm folgte sem Bruder Leo-pold II., bisheriger Großherzig von Tos kann. Hier hatte er sichals ein Neuerer wie sein Bruder bewiesen. Er war der erste, der denHandel vollständig freigab und die Todesstrafe im Sinne Beccariasabschaffte. In Wien mußte er aber vor allem daran denken, die Ver-wirrung, in der Joseph II. das Reich hinterlassen, zu beseitigen. Da-her schloß er Frieden mit den Türken und beruhigte die Belgier undUngarn, indem er ihnen ihre alte Verfassung zurückgab. Den Klerusstellte er zufrieden, indem er die kirchlichen Neuerungen Josephs größten-teils aufhob, und den Adel, indem er seine Steuervorrechte herstellte