IV
ihre Herzensgüte oder ihre Erfindungsgabe die Mit- und Nachweltbeglückten und Ehrfurcht fordern. Alles bewegt sich in stetein Wechselvon Auf- und Niedergang, von Frieden und Streit, von Glück undLeid — ein ergreifender Anblick!
Welcher strebsame Schüler wollte sich nicht gern belehren lassenüber das Weltbild, das uns die Geschichte entrollt! Wer es einmalempfunden hat, wie uns die Kunde des Vergangenen »nieder lebendigwerden kann, der vermag nie genug davon zu bekommen, er wird fort-lernen sein ganzes Leben lang. Wie viele schone Schulstunden könnendie Schüler während der fünf Jahre genießen, die sie in der Sekundär-schule oder iin Progymnasium verbringen, wenn sie init Lust undLiebe erfassen, was ihnen der Lehrer aus der Geschichte berichtet.Mit gespanntester Aufmerksamkeit horchen Knaben und Mädchen zu,wenn der Lehrer ihnen etwas Interessantes erzählt. Was sie hören,»vollen sie auch in treuem Gedächtnis bewahren. Wenn ich nur nichtsvergesse, wünscht ein jedes. Eben diesen Wunsch, liebe Schüler undSchülerinnen, möchte dieses Buch erfüllen. Schlagt es auf in stillerAbendstunde oder in der Morgenfrühe, ihr werdet den Abschnitt schonfinden, der euch wieder in Erinnerung ruft, was der Lehrer gesagthat. Nebenbei kommt euch einiges in den Sinn, was er sonst nochhinzugefügt hat. Meint nur nicht, daß ihr wörtlich auswendig lernenmüßtet, was darin steht. Das fordert niemand von ench. Es ist bloßein Buch des Wiedererinnerns und des muntern Lernens, das deinguten Schüler nicht eine Last, sondern eine Lust ist.
Wie recht und billig niinint die Schweizergeschichte den meistenRaum in diesem Buche ein. Für den jungen Schweizerbürger ist eseine Ehrenpflicht, in der Geschichte seines Landes wohl bewandert zusei»». Wie sollte einer sein Vaterland von Herzen lieben können, wenner »richt weiß, was es unsere Väter an Arbeit und Sorgen, an Gutund Blut gekostet hat, nin uns dieses Land so frei und blühend, sowohlgeordnet und aufstrebend zu hinterlassen? Die Kenntnis dervaterländischen Geschichte vertieft und stärkt unsere Heimatliebe, sietreibt uns an, mit opferfreudiger Hingebung weiterznbanen auf den»Grund, den unsere Vorfahren gelegt haben, sie entzündet den Mut,der das äußerste wagt, nin unserm Lande seine Unabhängigkeit zubewahren.
Das Studium der heimatlichen Geschichte stößt uns auch Ehr-furcht und Interesse ein für alle Erinnernngsgegenstände und Denk-