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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Altertum.

Das Forum rvmanum war, wie jedes andere Forum in den Römer-städten, jahrhundertelang der große Marktplatz der Stadt. Es lag amFuß des Palatinischen Hügels und war ein ebener Platz in Form einesRechtecks. Nach und nach wurde das Forum so sehr das Stelldicheindes römischen Volks, daß die Händler und Marktleute sich andere Plätzeaufsuchen mußten. Auf das Forum lief jedermann, um wichtige Neuig-keiten zu erfahren, z. B. Kricgsnachrichten. Hier vernahm das Volk dieKunde von Hannibals Alpenübergang, das Unglück von Cannü, denUntergang Karthagos. Da war eine Rednerbühne aufgerichtet, verziertmit den Schiffsschnäbcln erbeuteter Fahrzeuge. Bon dieser herab erscholldie Stimme der Feldherrn, welche über ihre Kriegszüge Bericht erstatteten.Hier lauschte die tausendköpfige Menge den markerschütternden Worteneines Gajus Gracchus. Das Forum war aber auch Zeuge grauenhaftenBlutvergießens in den wilden Parteikämpfen und Bürgerkriegen.

Über dem Forum erhoben sich weite, schöne Hallen, die zu Gerichts-verhandlungen dienten. Man nannte sie Basiliken; sie waren die Vor-bilder der altchristlichen Kirchen. Es fehlte auch nicht an herrlichenTempeln, die meist dem Parthenon nachgebildet waren ; denn in denschönen Künsten waren die Römer ganz nur Nachahmer der Griechen.Auf dem Forum gab's allerlei Volksbelustigungen, ebenso große, öffent-liche Gastmähler, worin Cäsar besonders freigebig war. In den Eckenstanden die Buden der Schmuckwarenhändler. Auch Trinkhallen gab'sgenug ; viel Volk, vornehm und gering, trieb sich da herum.

Zur Zeit des Kaiserreichs, die nach Cäsars Tod begann, hörte dastolle Treiben auf dein Forum mehr und mehr auf. Prächtige Kaiser-paläste wuchsen am Abhang des Palatin empor. Die Kaiser, die sichgöttlich verehren ließen, füllten den Raum mit neuen Tempeln zuihren Ehren. Das Forum wurde jetzt zu einer feierlichen Tempelstätte.Es muß prachtvoll ausgesehen haben. Alles prangte in Marmor, Gold,Elfenbein und Edelsteinen. Die Summen für diese Prunkbauten hattedas darbende Volk zu tragen. Heute ruht das Forum öde und leer.Seine Ruinen sind die Stätte großer Erinnerungen.

VII. Aas römische Weich in der Kaiserzeit.

Nach dem Tode Cäsars erbebte das römische

1. Kaiser Kugullus.

Reich von einem neuen Bürgerkrieg. Der SiegPflegesvhn Cäsars, Oktav iän. Der Senat gab ihmd. h. der Heilige, Göttliche. Er trat45 Jahre lang regierte

verblieb dem

den Beinamen Augnstus,ganz in die Fußstapfen seines Pflegevaterser über das römische Reich. Im Innern herrschte Ruhe; nach außenstand er gefürchtet und mächtig da. Ein starkes Heer von 300,000Legionssoldaten hütete die Grenze und erweiterte sie. Ägypten kam