II. Die Helvetier.
II. Are Ketvetier.
39
Im Mai des Jahres 58 v. Chr. bewegte sich nach1. Der Auszug : Genfcrsee hin ein gar seltsamer Zug. Neben
langen Wagenreihen ritten bewaffnete Männer vonhahcm Wuchs. Eherne Helme deckten ihr langes Blondhaar. Ihre Brustschirmten sie mit Panzern und Schilden. An Kettchen hingen ihnen dieEisenschwerter zur Linken nieder. Schrill tönte die Kriegstrompete.Den Zug befehligten einige Fürsten, die auf zweirädrigeuWagen fuhren, Goldschmuck trugen und feinere Waffenführten. Zahlreiche Diener folgten ihnen. Auch viel un-bewaffnet Volk, Kinder, Frauen und Greise, zog mit.
Sie trugen bunte, wollene Kleider. Dieses wanderndeVolk waren die Helvetier, die in Gallien eine Hei-mat suchen wollten. Sie galten als die tapferstenunter den Kelten. Was hatte sie zum Auszug be-wogen? Es waren die steten Angriffe der Ger-mane n von Norden her und die Feindschaft der Rätierim Osten. Auch wußten sie, daß im Süden besser undschöner zu wohnen sei. Zur Auswanderung überredetesie der reiche Orgetorix, weil er hoffte, unterwegsKönig der Helvetier zu werden. Seine Absicht kam anden Tag. Er sollte vor dem Vvlksgericht erscheinen.
Da gab er sich selber den Tod. Drei Jahre laug hattensich die Helvetier zum Auszug vorbereitet. Der alte Diviko führte sienach Gallien hinüber. Das ging nicht ohne Hindernis von statten. BeiGenf stellte sich Julius Cäsar den Helvetiern entgegen und verwehrteihnen den Durchstoß. Sie wählten einen andern Weg und drangen eingut Stück in Gallien vor. Doch Cäsar ließ ihnen keine Ruhe. BeiBibrakte überwand er das tapfere Volk mit seiner höhern Kriegs-kunst und schickte es in seine Heimat zurück.
Ein neues Leben begann für Helvetien, als: Kaiser Augustus es dem römischen Reich an-
2. Wömisch Kelvetien. :
gliederte. Eine starke Grenzt» ehr nach Norden hin war das ersteBedürfnis. Eine Legion (6000 Mann) römischer Soldaten rückte aufden Platz, wo Renß und Aare sich bereinigen. Sie steckten im Viereckein Lager ab. Das umgaben sie mit festen Mauern, errichteten inder Mitte ein Haus für den Kommandanten und dann ihre eigenenKasernen. So entstand die Soldatenstadt Vindonissa. Näher amRhein errichteten die Römer einige kleinere Festungen. Unter diesenerwuchs Augnsta an der Ergolz zu einer ganz ansehnlichen Stadt.Längs des Stromes bis zum Bodensee erhoben sich in bestimmtenEntfernungen über zwanzig Wachttürme, wo die Grenzwächter bei