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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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III. Die Völkerwanderung.

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hölzernen Schale. Denn er blieb für seine Person einfach trotz aller Prachtseines Hofes. Sein Sinnen ivar einzig darauf gerichtet, zu herrschen,und am liebsten hörte er sich mit dem Namen Godegisel, d. h. Gottes-geisel benennen. Im Jahr 450 führte Attila seine Horden von derDonau durch Deutschland nach Gallien hinüber. Wohin er nur zog,ließ er eine Wüste hinter sich.

Der römische Kaiser taugte wohl nichts; aberer hatte einen kühnen, tüchtigen Heeresmeister,den Feldherrn Aötius. Dieser raffte alle Streit-kräfte des weströmischen Reichs zusammen. Er

4. Die Mlkerschlachtauf den katalaunische«Iiekdern 451.

verband sich mit Theuderich, dem König der Westgoten. Auch andereGermanen, Burgunder, Alamannen und Franken, eilten zur Hilfeherbei. So trat Aötius der hunnischen Macht auf den katalauni-sche n Feldern (in der heutigen Champagne) tapfer entgegen. DasSchlachtfeld war eine Ebene, aus der ein Hügel emporstieg. Thoris-mund, der Sohn Theoderichs, bemächtigte sich der Hügelspitze gleichzu Anfang der Schlacht und brachte die Hunnen zum Weichen. AberAttila sprach zu den Seinen: „Jetzt zeigt euren Mut und eure Wild-heit. Den Sieger trifft kein Speer. Doch der Feigling, der zumTode bestimmt ist, stirbt auch daheim im Bett. Wer sich nicht mehrt,wenn Attila kämpft, verdient den Tod!" Ein schauerliches Mordenhob an. Das Büchlein, das durch die Ebene floß, überquoll vomströmenden Blute. Die Leichen türmten sich zu Haufen auf. Theuderich,der Westgotenkönig, war auch unter den Gefallenen. Endlich wichendie Hunnen in ihre Wagenburg zurück. Attila ließ von Pferdesättelneinen Scheiterhaufen aufschichten. Er wollte, wenn die Feinde ein-drängen, lieber den Feuertod erleiden, als in ihre Hand fallen. Römerund Goten ließen aber den besiegten Löwen in Ruhe abziehen. Imfolgenden Jahr versuchte Attila einen Einbruch in Italien.Doch waren da zu viele feste Städte, die er nicht einnehmen konnte,und schon sammelte Aötius ein neues Heer. Da zog der Hunnenkönigwieder ab und starb bald darauf an einem Blutsturze. Die Seinenumritten die im Prachtzelt ausgestellte Leiche und sangen Lieder zumPreise des Toten. Dann legten sie ihren Fürsten in einen goldenen Sarg,diesen in einen silbernen, den dann ein eiserner aufnahm. Sie be-gruben ihn in der Stille der Nacht an einem Ort, den niemandweiß. Mit Attilas Tod zerfiel auch das Hunnenreich.

Vgl. Leseb. 1. Bd. S. 147 „Wie die Völkerwanderung begann". S. 395„ Das (Arab im Busento".