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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Mittelalter.

gehen. Er ließ sie Wolle spinnen. Er leitete sie zu jeder guten Sitteund zu nützlicher Arbeit an. Bei Tisch wollte er immer seine Kinderum sich haben. Er lud auch häufig Gelehrte und Künstler zu seinenMahlzeiten ein und schenkte ihren Gesprächen große Aufmerksamkeit.Die Kinder machten auch meist seine Reisen mit. Die Söhne rittenihm zur Seite. Zu hinterst im Zuge folgten, wohl bewacht, seineTöchter. Die Reise ging von einer Pfalz zur andern. Diese hielt erin guter Aufsicht. Er gab genaue Vorschriften, wie seine Verwalterdie Landwirtschaft und Viehzucht betreiben sollten. Oft sah er selbernach, ob beim Zubereiten von Butter und Käse, beim Einsalzen desFleisches, beim Auspressen des Weines und in der Pflege der Haus-tiere alles ordentlich zugehe.

Im Osten stieß das Gebiet der Franken an das: N^ch'^rwcil/rt" ^ ^or Sachsen. Dieser tapfere, freiheitsliebende: Der Sachscnllrieq. i Germanenstamm wohnte zwischen Niederrhein und.. r Elbe. Die Sachsen waren gar unruhige Nach-barn. Vor ihren Einfällen war man nie sicher. Karl hielt Rat mitden Großen seines Reichs. Sie beschlossen, das Sachsenland einzu-nehmen. Der grimmige Krieg begann und dauerte von 772—804.Karl besiegte sie in vielen Feldzügen und zahlreichen Gefechten. Wiefür ihre Freiheit, so wehrten sich die Sachsen aufs tapferste für ihrenalten Götterglauben. Denn Karl wollte sie nicht nur unterwerfen, sondernauch zum Christentum bekehren. Er fand einen besvnders kühnenGegner an Herzog Widukind. Der Frankenkönig ließ seinen Fein-den keine Ruhe. Mit dem Schwert in der Hand zwang er die Sachsenzur Bekehrung. Sogar Widukind erschien zuletzt an seinem Hofeund ließ sich taufen. Wie streng es Karl nahm, zeigen folgendeGebote: „Wer mit Gewalt in eine Kirche dringt und etwas verübt,der soll sterben) wer in der Fastenzeit Fleisch ißt, wer einen Totennach heidnischem Brauch verbrennt, wer ein Heide bleiben null undsich nicht taufen läßt, der soll sterben." So beugte Karl den Trotzdieser Sachsen. Verschiedene Bistümer, zahlreiche Kirchen wurdenim Sachsenland gegründet, das später den Kern des deutschenReichs bildete. Dem Geistlichen jeder Kirche mußten die Umwohnereinen Hof mit zwei Jucharten Land geben und auf je 120 Kirch-genossen einen leibeigenen Knecht oder eine Magd stellen. Auch zumHeerbann hat Karl die Sachsen gleich wie seine Franken verpflichtet.Jeder Freie hatte beim Aufgebot mit eigenen Waffen zu erscheinen,