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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Mittelalter.

! . Da die Pilger aus Jerusalem immer schlim-

: kung zu Gkermont 1085. ! Niere Kunde von Mißhandlungen heimbrach-

. ... ten, veranstaltete Papst Urban II. im Jahr

1095 zu Clermont in Frankreich eine Kirchenversammlung. 14Erzbischöfe, 225 Bischöfe, 400 Äbte, zahllose Fürsten, Ritter und an-deres Volk kamen da zusammen. Keine Kirche faßte die Menge.Die Versammlung mußte im Freien abgehalten werden. Mit gewal-tiger Rede schilderte der Papst die der Christenheit ungetane Schmachund sprach: „Die Heiden, die nicht an Christus glauben, vertreibendie armen Christen aus ihren Häusern, so daß sie betteln müssen.Die nicht entkommen, müssen den Heiden als Sklaven das Feld be-bauen ; zum Lohne dafür werden sie geschlagen. Die Kirchen werdenvon den Ungläubigen entweiht und in Viehställe verwandelt!" „Schlagtsie tot, die heidnischen Hunde!" rief ein Ritter, indem er in derAufregung sein Schwert aus der Scheide zog. Urban fuhr fort:„Wer an der Pilgerfahrt in das heilige Land teilnehmen will, dernähe nach altem Brauch ein rotes Kreuz auf sein Gewand". Undzu den Dienern Gottes gewendet, sagte er: „Ihr, meine Brüder,predigt in euren Kirchen das Kreuz und schildert den Leuten dieNot der Christenheit, damit sie helfen". Hierauf rief die ganze Mengeder Anwesenden: „Gott will es! Gott will es!"

3 . Die Kreuzfahrt.

ihrem

: Nun wurde in allen Kirchen weit und breit das^ Kreuz gepredigt. Die Leute waren außer sich inheiligen Eifer. Sie verkauften Höfe und Äcker und machten

alles zu Geld. Halbe Dörfer und Städte wanderten fort; manche Ort-schaften waren wie ausgestvrben. Selbst Frauen wollten nicht mehrdaheim bleiben. Ungeregelte Haufen brachen sofort auf, gingen aberunterwegs zugrunde oder gerieten in die Sklaverei der Morgenländer.Im Jahr 1096 machten sich drei gewaltige Heerhaufen der Ritterund Fürsten auf den Weg. Ihr angesehenster Führer war Gott-fried von Bouillon aus Lothringen; Burgen und Dörfer, seinStammschloß sogar, verpfändete er vor seinem Abzug. Es warenmeist Franzosen und Italiener, die diesen ersten großen Kreuzzugmitmachten. Ein sonderbares Heer! Zwischen den Rittern schrittenzu Fuß Männer und Frauen, und alle hatten über der rechten Schulterein rotes Kreuz auf ihr Gewand genäht. Hinter jeder Schar fuhrenWagen mit Gepäck, Zelten und Fischernetzen. Mancher Ritter trug