IV. Die drei Länder am See.
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statte, deutet es an, daß sie lange Zeit eine waldbedeckte Wildniswaren, die kaum eines Menschen Fuß betrat. Etwa zur Zeit Karlsdes Großen, vielleicht schon vorher, begannen alamannische Ansiedler,in den Urwald einzudringen und die besten Stellen auszuroden.Die Täler wurden zugänglich. Sie sind von Natur zur Einheitbestimmt. Alle senden ihre Gewässer dem See zu, der vielarmig inihrer Mitte ruht. Hier erwuchs ein Gebirgsvolk, das seine Krafterprobte im Kampf mit einer wilden Natur, mit Föhnstürmen, Lawinen-stürzen und reißenden Wildwassern. Ihm fehlte auch nicht der Mut,sein Alles für die Freiheit seiner Heimstätten daranzusetzen.
I. Aas Land Ari.
Dieses trat zuerst ins Licht der Geschichte.^ König Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karls
des Großen, stiftete im Jahre 853 zu Zürich ein Frauenkloster.Seine eigene Tochter Hildegard setzte er als erste Äbtissin ein. DiesemFrau Münster st ist schenkte er „das Tal Uri". Amtleute oderM ei er verwalteten dort das Klostergut, zogen die Abgaben ein und übtendas niedere Gericht. Das hohe Gericht, den Blutbann, versah derReichsvogt von Zürich. Er kam bisweilen ins Tal, um unter der Lindevon Altdorf Recht zu sprechen. Auch andere Gotteshäuser erlangtenspäter Besitz im Land Uri. Von weltlichen Herren, die hier begütertwaren, sind uns besonders bekannt die Freiherren vonAtting-husen. Zahlreiche Freie saßen hinten im Schächental. In dergroßen Mehrheit waren die Urner von Anbeginn Gotteshaus-leute. Sie lebten aber so ungebunden, daß sie sich beinahe alsFreie betrachten konnten. Sämtliche Talleute standen unter der Hoheitdes Reichsvogts, und alle waren, durch das Band einer Mark-genossenschaft untereinander verbunden. Alle Markgenossen,hörige und freie, kamen von Zeit zu Zeit in Landsgemeindenzusammen. Sie berieten über den Weidgang auf den Allmendenund über die Benutzung des Gemeindewaldes. Sie besprachen wohlauch andere Dinge, die noch wichtiger waren und ihre Freiheit be-trafen.
2. Schwyz undMnlerwaldcn.
Nirgends in der Urschweiz saßen so viele voll-freie Bauern auf eigenem Grund und Bodennahe beisammen, wie im Lande Schwyz. IhreSiedelungen erstreckten sich über die Abhänge des Mythen bis an denSee und hinein ins Muotatal. Größer war das damalige Schwyz