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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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95
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IV. Die drei Länder am See.

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hardpaß wurde nun für Uri und die spätere Eidgenossenschaft vongroßer Bedeutung.

4. Der Zlrner Arciörief. ^1231.

Das Land Uri stand unter denselben Reichs-: Vögten ivie die Stadt Zürich. Das warenvormals die Herzoge von Zähringen. Als

diese 1218 ausstarben, erwarb der Graf von Habsburg die Regierungübers Urnerland. Es stand in Gefahr, ein habsburgisches Eigentum zuwerden. Gegen diese Gefahr half nur ein Mittel: Uri mußte suchen,einen Freiheitsbrief zu bekommen, eine Urkunde, worin ausdrücklichgesagt war, daß das Land unmittelbar unter Kaiser undReich stehen solle, nicht unter der Landeshoheit eines andern Herrn.Denn wer reichsnnmittelbar war, galt als frei und unabhängig.Den Wunsch der Urner erfüllte König Heinrich im Jahre 1231,kurz nachdem der Gotthardweg eröffnet war. Heinrich war derSohn Kaiser Friedrichs II. und sein Stellvertreter in Deutschland. Ergab den Urnern 1231 einen Freibrief. Die Hauptstelle darinlautete: „So haben wir euch vom Besitz des Grafen von Habsburgbefreit und losgekauft. Wir versprechen euch, daß wir euch niemalsveräußern oder verpfänden, sondern stets zu des Reiches Dienstenschirmen werden." So waren die Urner reichsfrei und der Gott-hard ein Reichspaß geworden. Das Land bezahlte eine Reichs-steuer. Königsboten übten zu Zeiten den Blut bann. Im übrigenwar Uri ein kleiner Freistaat. Er führte sein eigenes Siegel.Selbstgewählte Laudammänner leiteten ihn.

5. Der Schwyzcr Arcivrics.1240.

Auch die Schwyzer merkten sehr wohl, daßdie Habsburger darauf ausgingen, ihrGrafenamt als Richter in eine eigent-liche Landeshoheit zu verwandeln und sie zu Untertanenherabzudrücken. Sie folgten nun dem Beispiel der Urner. IhreGesandten stiegen mitten im Winter 1240 über die Alpen und kamenzu Kaiser Friedrich II., der eben die Stadt Faenza belagerte.Sie baten ihn ebenfalls um einen Freibrief. Wahrscheinlichwaren diese Schwyzerbvten begleitet von einer Hilfsschar von Krie-gern. Diese Trenc erfreute den Kaiser. Es war ihm lieb, daß siezu ihm hielten, während der Graf von Habsburg (Rudolf II.) zuden Feinde» übergegangen war. Er gab ihnen 1240 einen Freiheits-brief und nahm sie, wie die Urner, in des Reichs besondern Schutz.