VII. Gefahren der Entzweiung. Tagsatzung zu Staus.
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feiten. Frankreich gewann mehr und mehr einen üblen Einflußauf unser Volk und Land. In dem Bündnis vvm Jahr 1474 gabendie Eidgenossen dem König Ludwig das Versprechen, er dürfe in derSchweiz jederzeit 6000 Mann anwerben und in seinem Solde halten.Dafür versprach der König, den 8 Orten jährlich und regelmäßig 20,000Franken zu bezahlen. Diese für die Werbe-Erlaubnis bezahlte Pensionkam den Regierungen der 8 Orte zu und bildete eine Staatseinnahme.Noch schlimmer war es aber, daß der König einigen wichtigen Per-sonen in den Städten und Ländern noch obendrein geheime Pensionenentrichtete, damit sie in seinen Interessen arbeiteten. Solche „Pen-sioner" konnten, wenn das Geld ihnen über alles ging, zu wahrenVaterlandsverrätern werden. Außer den Pensionen an die re-gierenden Orte bezahlte der Soldherr auch jedem Kriegsknecht undHauptmann einen für jene Zeit beträchtlichen Sold. Auch Beute gabes auf Kriegszügen immer zu erhäschen. So war die Lockung für denSolddienst oder das Reislaufen groß genug („reisen" hieß früher„in den Krieg ziehen"). Die Burgunderkriege hatten eine wilde Kriegs-lust unter den Eidgenossen entfacht. Die Jungmannschaft wollte nichtmehr daheim bei stiller Arbeit bleiben. Sobald die Werbetrommel er-klang, verließen die Burschen den Pflug und die Werkstätte. Sie er-gaben sich außer Landes einem ungebundenen Kriegs- und Lagerleben,während zu Hause oft die Leute fehlten, um die Ernte einzubringen.Zu Hunderten fanden die Reisläufer in der Fremde ihr Grab. Anderekamen siech nach Hause und schleppten ansteckende Krankheiten ins Land,die man hier früher nie gekannt hatte. Manche fielen als Krüppel denGemeinden zur Last, oder sie machten sich dem eigenen Land gefähr-lich als müßiggängerische Diebe und Raufbolde; gegen solche erließ dieTagsatzung einmal das Gesetz: „Wer eines Strickes Wert stiehlt, sollaufgehängt werden." Eine allgemeine Verwilderung der Sitten hatte dasReislaufen zur Folge. Reisläufer und Pensioner erzeigten sichoft genug des Schweizernamens unwürdig. Reislaufen und Pensivnen-nehmen waren Krebsschäden im Volksleben der alten Eidgnossen.
2. Sie Länder find ervittertwider die Städte.
Zur Fastnachtzeit 1477, kurz nachdem: die Schweizer von Nancy heimgekommenwaren, rottete sich zu Wäggis am Rigi
ein Haufe von jungen Kriegsgesellen aus den Waldstätten zusammen.Sie erinnerten sich, daß Genf den Eidgenossen eine Summe Geldesschuldete. Davon wollten sie sich ihren Anteil selber holen. Sie nanntensich die Bande vom törichten Leben und führten als Abbild einSchwein im Banner, dem ein Narr Eicheln streute. Bis auf 2000 schwollihr Haufe an. Sie zogen über Luzern und Bern bis nach Freiburg,wo man sie reichlich bewirtete und mit einem Geldgeschenk zur Heimkehrbewog.
Die Städte beschwerten sich nun heftig wider die Länder, daßsie einen so zügellosen Auszug erlaubt hatten. Die Länder gaben