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Gegenreformation und Religionskriege.
Von Eigennutz und Ehrsucht war er völlig frei. Seiner Lehreopferte er sein Leben. Wer seine Lehre nicht teilte, durfte nicht inGenf bleiben. Von Duldung war im calvinistischen Genf keineRede. Der Arzt Michael Serdet kam, Schutz suchend, nach Genfund wurde hier als Ketzer verbrannt, weil er die Dreieinigkeit Gottesgeleugnet hatte. Viele Genfer empörten sich wider die Strenge derSittengesetze. Die Gefängnisse waren stets gefüllt. Mit Todesstrafenwurde nicht gespart. Genfs Bevölkerung mehrte sich durch die vielenReligivnsflüchtlinge aus Frankreich. Dorthin waren CalvinsBlickestets gerichtet. Seine Heimat wollte er für den neuen Glaubengewinnen; ein Eidgenosse ivar er nicht. Seine Arbeitskraft verdientBewunderung. Er war nicht nur Prediger, sondern auch Lehrer ander höhern Schule, die er gegründet hatte. Er führte einen groß-artigen Briefwechsel und schrieb eine Menge Bücher, bis zu60 Bänden. In alle Gegenden Europas sandte er seine Schüler aus.Zu seiner Lehre bekannten sich die Hugenotten in Frankreich.Calvins Geist regiert in der Kirche Schottlands. Seine Anhängerwaren zahlreich in England, Holland, Ungarn und Polen.Selbst einige Gegenden Deutschlands, z. B. die Pfalz, vertauschtendie Lehre Luthers mit derjenigen Calvins. Genf wurde durch Calvinein protestantisches Rom, ein Bollwerk wider die alte Kirche, die ebendamals neu erstarkte.
k. Gegenreformation und Religionskriege.
I. Die Kegenreforrncttion.
1. Jas Konzil zu Trient.
f Die katholische Kirche von heute ist üicht: mehr dieselbe wie zur Zeit Zwinglis.
Auch sie hat sich in gewissem Sinne reformiert. Die Katholiken hattengesehen, wie in den protestantischen Ländern die Sitten sich besserten.Sie merkten, wie notwendig es war, daß ein gebildeter, sittenreinerPriesterstand dem Volk in Lehre und Beispiel voranging. Kaiser Karlund der Papst ließen daher zu Trient in Südtirvl eine große Kir-chenversammlung zusammentreten (1545—1563). Dieses Konzil be-riet viele Jahre lang, wie man die alt e Kirch e erneuern könnte,