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I. Die Gegenreformation.
„Helvetische Kollegium", wo fortwährend etwa vierzig Schweizer-studenten zu Priestern ausgebildet wurden. Im Jahre 1574 kamendie ersten Jesuitenväter nach Luzern. Das schönste Haus derStadt räumte man ihnen ein. Schultheiß Ludwig Pfyffer, „derSchweizerkönig", der in französischem Solddienst viel Ruhm undGeld gewonnen, steuerte große Summen zu ihrem Unterhalt. DenJesuiten, welche 1581 auch nach FreibUrg kamen, folgten dieKapuziner auf dem Fuße nach. Sie stifteten verschiedene Klosterin der Schweiz. Ein ständiger Gesandter des Papstes, ein Nuntius,ließ sich in Luzern nieder und mischte sich in die Landesregierung.Die Wirkung der Jesuitenpredigten war bald genug zu verspüren.Mit dem neuen kirchlichen Eifer bei den Katholiken wuchs auch ihrHaß gegen die Andersgläubigen.
5. Per goldene oder vorromäische Mund 1S8K
: DiekatholischenOrtestärkten
sich durch Bündnisse mit dem
Papst, mit Sav o y en, ja sogar mit dem mächtigen K öni g Philippvon Spanien. Dieser war unser Nachbar; denn ihm gehörten dieLombardei und die Freigrafschaft. Die gefährlichste Frucht der Gegen-reformation in der Schweiz war aber der Sonderbund, den diefünf Orte samt Freiburg und Svlothurn 1586 unter sich abschlössen.Die Urkunde trägt einen vergoldeten Anfangsbuchstaben. Darumnannte sich diese Vereinigung der goldene oder auch borromäische Bund,zu Ehren des heiligen Borromäus. Die sieben Orte gelobten, einanderbei ihrem katholischen Glauben zu beschirmen und unter sich jedenAbfall streng zu bestrafen. Dieser Bund sollte sogar den frühernBünden vorangehen. — So gab es von jetzt an eigentlich zweiEidgenossenschaften, eine katholische und eine reformierte. ÜberallTrennung und Svnderung! Im Ländchen Appenzell wollte Bür-gerkrieg ausbrechen zwischen Katholiken und Reformierten. Die Tag-satzung vermittelte und erlaubte die Trennung in Außerrhoden,wo nur Reformierte lebten, und in Jnnerrhvden, das rein katholischblieb. Beide Teile hatten von 1597 an ihre gesonderten Regierungenund Landsgemeinden. Im Jahr 1602 machte das katholischeSavoyen einen letzten Versuch, sich der Stadt Genf zu bemäch-tigen. In finsterer Dezembernacht schlich ein ansehnliches Heer vonSavoyarden zur Stadt heran. Ein Teil derselben hatte die Mauernschon- erstiegen. Da wurde noch rechtzeitig Lärm geschlagen. Die Bürgererwachten und trieben die Angreifer in blutigem Gefecht zurück. Noch