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Gegenreformation und Religionskriege.
der aus den Wolken kam. Der Kampf blieb unentschieden. Tapferwehrten sich die Ballern. Doch merkten sie, daß sie mit ihren unvoll-kommenen Waffen und ohne Geschütz nicht obsiegen konnten. Sieerbaten einen Waffenstillstand und sandten einige der Ihren insLager des Tagsatznngsheers. Bürgermeister Maser von Zürich wußteihnen einzureden, daß sie Unrecht hätten. Kleinmütig schloffen sie denMellinger Vertrag, versprachen, die Waffen niederzulegen, denBund aufzugeben. Schybi wollte nichts von diesem Frieden wissen,zog die Reuß hinauf und kämpfte tapfer, aber umsonst gegen dieÜbermacht des Obersten Zweyer bei Gislikvn. Dann ging er nachHause. So tat auch Leuenberger.— Der Obmann der Berner Bauernbat in einem Schreiben die Regierung um Erfüllung des MurifeldVertrages. Doch diese sann nur auf Rache an den „Rebellen". Sieschickte den General Sigismnnd von Erlach mit einem welschenHeer in den Oberaargau, wie in Feindesland. Seine Gewalttaten be-wogen die Bauern, sich neuerdings zusammenzurotten. Sie nahmenStellung bei Herzogenbuchsee. Am Pfingstsvnntag, den 8. Juni,ging dieses Dorf während eines heftigen Gefechts in Flammen auf. Einletztes Ringen fand auf dem festummauerteu Friedhof statt. Dannivar der Aufstand gedämpft. Eine Menge von Gefangenen wurden ein-gekerkert. Die Kriegsgerichte begannen ihre Tätigkeit. Sie übtenihr Amt mit unmenschlicher Härte. Mehr denn 40 Bauern wurdenenthauptet oder gehängt, viele verbrannt oder an Geld und Guthart bestraft. Schybi und Zeltner waren unter den Hingerichteten.Am 12. Juni kam Leuenberger als Gefangener nach Bern. Mauhöhnte ihn und warf ihn in den ärgsten Kerker, den „Mörderkasten".In einem demütigen Schreiben an die Regierung beteuerte er, daßer kein Anstifter des Aufstands gewesen sei lind immer zum Friedengeraten habe. Er bat, man möchte ihn seiner unerzogenen Kinderwegen am Leben lassen. Doch fand er keine Gnade. Leuenbergerwurde enthauptet, der Bundesbrief der Bauern samt dem Hauptihres Führers an den Galgen genagelt. Das Bernervolk hält Leuen-bergers Andenken in hohen Ehren. Es hat ihm zu Nüderswil einschönes Denkmal gestiftet.
Überall, .wo der Bauernaufstand geherrscht hatte, mußten dieLandleute ihre Waffen ausliefern. Die Schießübungen wurden ihnenverboten und die Schützengesellschaften aufgehoben. Die Härte undSelbstsucht der Regierenden lasteten schwer auf dem Volk. Es fühlte