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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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227
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I. Die englische Revolution.

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lang ahne Parlament zu regieren. Er machte Gesetze und erhob Steuern,z. B. das Schiffsgeld in den Seestädten, ohne sich um den Volks-willen zu kümmern. Nicht nur den Freiheitssinn kränkte er, sondernauch die religiösen Gefühle des Volks. Er wollte die streng calvinistischenSchotten zwingen, den Gottesdienst so zu feiern, wie es die eng-lische Hochkirche vorschrieb, d. h. mit Zeremonien (Bräuchen), die anden Katholizismus erinnerten. Der Bischof von Edinburg sollte denandern Geistlichen das Beispiel geben. Doch am ersten Sonntag, da erim neuen Gewand die Kanzel betrat, schrie die empörte Menge:Baals-pfaffe, Bauchgott, herunter mit dir!" Stuhlbeine und Bücher flogenihm an den Kopf; er mußte eilig entfliehen. So brach hier der Auf-stand aus. Volk und Adel Schottlands schloffen einen Bund. Sie woll-ten ihre Religionsfreiheit bewahren.

2. Staatsstreich und Würger-krieg. Die Siege tzromwelks.Karts Ende.

Karl zog gegen die Schotten zu Feld;bald aber ging ihm das Geld aus. Er: mußte, ungern genug, wieder einParlament einberufen. Dieses warbereit, ihm Mittel zu bewilligen. Vorerst aber sollte der König Rechen-schaft ablegen über seine Taten der Willkür. Er sollte Gewähr leisten,die Volksfreiheiten nie und nimmermehr zu unterdrücken. Karl brausteauf in heftigem Zorn. Er klagte fünf Hauptredner im Unterhaus desHochverrats an und mochte nicht warten, bis der Richter über sieurteilte. Mit einigen Soldaten erschien er selber im Sitzungssaal undwollte diese Volksführer verhaften. Er fand sie aber nicht im Saal;auf eine Warnung hin waren sie weggeblieben. Das war wiederumeine schreiende Verletzung der Volksrechte; wenn Volks-vertreter in Beratung beisammen sitzen, so soll ihre Person unver-letzlich sein. Was Karl getan, war ein Staatsstreich. Alle freiergesinnten Engländer waren darüber empört. London bewaffnete sichfür das Parlament. Karl entwich in den Norden des Landes, woer bei einem Teil des Adels Hilfe fand. Ganz England schied sich inzwei Parteien. Ein Bürgerkrieg brach los. Das Heer der Königs-anhänger, der Kavaliere, stritt gegen das Heer des Parlaments.Die kriegsgeübteren Kavaliere behaupteten eine Weile die Oberhand.Sie fanden aber bald ihren Meister an Oliver Cromwell. Dieserwar ein reichbegüterter Landedelmann, der sein Bier selber braute.Als Parlamentsmitglied wurde er wenig beachtet. Im Bürgerkriegentwickelten sich auf einmal seine militärischen und staatsmännischenTalente. Er erkannte, wie wenig das Söldnerheer des Parlamentstaugte. In die östlichen Grafschaften ging er und sammelte etwa