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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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II. Ludwig XIV.

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im Ministeramt. Kardinal Mazarin regierte ebenfalls 18 Jahre langund genau in gleicher Art, wie Richelieu getan hatte. Unterdessen warLudwig XIV. herangewachsen. Er trat nach Mazarins Tod 1661 alsSelbstherrscher auf den Plan.

. . . « Ludwig ivar ern schöner, anmutiger, qroß-

gewachsener Mann von tadellosem, könig-lichem Auftreten. Er hielt sich von Gottes Gnaden zum Herrschergeboren. Seine Untertanen sollten ihm willenlos gehorchen. All ihrHab und Gilt betrachtete er als sein Eigentum. Doch war er auchsehr freigebig. Er beschenkte seine Diener und Freunde, Künstler undGelehrte reichlich. Damals lebten in Frankreich große Dichter, z. B.Lafontaine, der so schone Fabeln verfaßte, und Molisre, derdie feinsten Lustspiele schrieb und aufführte. Ludwig war unbeschreib-lich ruhmbegierig lind wollte wie ein Gott gepriesen und ver-ehrt sein. Auch duldete er keinen Widerspruch, nicht die kleinsteKritik. Ludwig XIV. liebte so sehr den Glanz und die Pracht, daßer nichts lieber hörte, als wenn man ihnSonnenkönig" nannte.Die Paläste seiner Vorfahren waren ihm nicht schön genug. Mit un-geheuren Opfern au Geld, Zeit und Arbeitskräften baute er für mehrals 1000 Millionen Franken neue Schlösser, darunter Versailles.Versailles, nahe bei Paris, war vorher ein armseliges Dorf. Ludwigließ es niederreißen und an seiner Stelle einen königlichen Wohnsitzerbauen, der seinesgleichen in der ganzen Welt nicht hatte. Dieverschiedenen Räumlichkeiten, die Säle nicht mitgerechnet, boten Platzfür 20,000 Menschen. Mit allem erdenklichen Luxus war das Königs-schloß ausgeschmückt. Darm war z. B. ein Spiegelsaal von 73 mLänge, 12 in Breite und 13 in Höhe, der mit Bildern bemalt war,welche nur Ruhmestaten des Königs verkündigten. Zum Schlosse ge-hörte ein meilenweiter, schöner Park mit steif beschnittenen Alleen,Springbrunnen, Lustwäldchen, Kanälen, Marmorfignren, die das Augedes Beschauers entzückten.

3. Ludwigs XIV. Iterierung.

Ludwig XIV. soll einst als junger Herr-scher im Reitanzug im Staatsrat er-schienen sein und gesagt haben:I/Ltat o'68t moi«,der Staat binich." Doch, um ein Land von der Größe Frankreichs gleich einemFamilienoberhaupte zu regieren, waren viele Staatsbeamte nötig.Dem König zunächst standen seine Minister. Diese verrichteten