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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Zeitalter der großen Revolution bis 1815.

3. Per Kos kommtin Verachtung.Hin neuer Keift.Pie Aufklärung.

Ein so hochbegabtes Volk. wie die Franzosen, wolltesich nicht auf die Dauer knechten lassen. DieUnzufriedenheit nahm überhand. Es fehlte nichtan Stimmen, welche die Könige warnten. SchonVauban, der Festungserbauer, hatte es gewagt,Ludwig XIV. vorzuhalten, wie elend viele Landleute lebten, wie unge-recht es sei, daß das niedere Volk die ganze Staatslast zu tragen habe.Der Sonnenkönig bestrafte ihn mit Ungnade. Er hatte kein Herz fürsVolk, ebensowenig sein Urenkel Ludwig XV., der die vielen Jahre von1715 bis 1774 die französische Krone trug. Sein Hof gab nicht nurein Beispiel der Verschwendung, sondern auch der größten Sitte nlosig-keit. Ludwig war ein Wüstling, untauglich zur Besorgung und Führungder Staatsgeschäfte. Darum verlor Frankreich im Seekrieg gegen Eng-land den größten Teil der amerikanischen Besitzungen (Kanada). SeinenWaffenruhm machte Friedrich II. bei Roßbach zunichte. Die Staats-schuld stieg auf vier Milliarden. Das Volk verarmte. Steueraufständeunterdrückte die Polizei mit Härte, und sie schickte die Unzufriedenen auf dieGaleeren. Hatte einer einen persönlichen Feind, so kaufte er bei Hofeinen Siegelbrief. Damit konnte er seinen Gegner ohne Recht undUrteil ins Gefängnis werfen. So saßen Tausende jahrelang in Haft,ohne je verhört zu werden. Ein gesürchtetes Staatsgefängnis in ParisWar die Bastille. Das Ansehen des absoluten Königtums schwandvon Jahr zu Jahr. Es war dem Volke ebenso verhaßt als verächt-lich geworden. Statt der Lobreden und Schmeicheleien auf denKönig las man in Büchern und Zeitschriften jetzt Angriff auf Angriff.Ein neuer Geist durchdrang die Literatur. Berühmte Schriftsteller belehrtendas Volk über die Schäden der Despotie, über den Mangel an Freiheitund die ungleiche Verteilung alles dessen, was das Leben schön undlebenswert macht. Der vielseitigste dieser Schriftsteller war Voltaire.Er erlernte die Kunst, alles zu sagen, ohne in die Bastille geworfen zu wer-den. Dennoch saß er zweimal darin gefangen. In dem freieren Englandweilte er drei Jahre. Er war dann ungemein tätig, seinem Volk diefreiere Denkart einzupflanzen, die er dort erlernt hatte. Längere Zeitwar Voltaire ein Gast am Hofe Friedrichs II. Die letzten zwanzig Jahreverbrachte er zu Ferncy bei Genf. Von hier flogen seine Gedichte,Schauspiele, Romane, Geschichtsbücher, Briefe und andere Schriften überEuropa hin. Sie waren voller Angriffe anf die Entartung der Kircheund die Ungerechtigkeit des Absolutismus, voller Schwerthiebe Wider jedenAberglauben seiner Zeit. Noch größer war die Wirkung von Rous-seaus Schriften. Er war der revolutionärste aller seiner Zeitgenossen.Jedes seiner Bücher fiel wie ein Feuerbrand in eine verrottete Welt.Tief prägte sich seine Lehre von der Gleichheit aller Menschenund von der Volkssouveränität den Franzosen ein. Mehr alsjeder andere, hat dieser Bürger Genfs die französische Revolution an«gebahnt.