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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Zeitalter der großen Revolution bis 1815.

überschritt den Großen St. Bernhard und besiegte die Öster-reicher bei Marengo. Er stellte in Oberitalien die zisalpinischeRepublik und den Frieden mit Österreich »nieder her (Friede vonLünöville 1801). Mit dem Zaren von Rußland hatte er sich schonfrüher ausgesöhnt. Ägypten gaben die Franzosen den Engländernpreis, und diese führten nach dem Friedensschluß von Amiens 1802die französischen Truppen vom Nilland in ihre Heimat zurück. DerSieg von Marengo festigte Bonapartes Stellung in Frankreich. Die-ses hatte nun seinen Herrn gefunden. Auch der Schweiz zeigte erbald, daß ihr Wohl oder Wehe von ihm abhing. Es folgten nunzivei Jahre des Friedens. In dieser Zeit nahm Bvnaparte mitFrankreich eine große Umgestaltung vor, indem er wieder eine Allein-herrschaft begründete. Er tilgte die Spuren der Revolution- dochden Grundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz ließ er bestehen.Mit dem Papst schloß er Frieden und stellte 1801 die römisch-katholische Kirche als Staatskirche in Frankreich wieder her. Willigergab sich das französische Volk dein Gewaltigen, weil er dem LandeRuhe und Sicherheit des Eigentums wieder gegeben hatte. Der Wohl-stand hob sich gewaltig. Die Steuern liefen regelmäßig ein. DerErste Konsul verlieh seinem Land neue, treffliche Gesetze und schufein neues Recht, den Code Napoleon. Er ließ sich zum Ehren-präsidenten der italienischen Republik erheben. Durch Volksabstimmungerlangte er das Konsulat auf Lebenszeit und ebenso den Kaiser-titel. Am 2. Dezember 1801 (Napoleonstag) setzte er sich in Gegen-wart des Papstes die Kaiserkrone aufs Haupt.

VI. Aie Revolution in der Schweiz.Werns Äbevgcrug.

Als das Volk der Franzosen zur Frei-heit erwachte, da fühlten sich auch vieleSchweizer von demselben Drang er--

I. Die erste Kidqcnoffrnfchaftfindet nicht die Kraft,fich selber zn erneuern.

! griffen. Sie lebten unter ihren Regenten

um vieles glücklicher, als die Untertanen Ludwigs XVI. Doch gab esin unserm Lande Unfreiheit und Ungleichheit genug. Tausendesehnten sich nach einer neuen und bessern Staats form. Die alteEidgenossenschaft glich einem Bau, der in allen Fugen krachte, dessenGrundpfvsten mürbe und morsch geworden waren. Allerhand warnendeZeichen verkündigten den nahen Einsturz. Er verzögerte sich noch einigeJahre; die Regenten hätten Zeit gehabt, die notwendigen Neuerungen