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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Sohne Telömach nach Jthaka zurückkommt. Der trojanische Sagen-kreis lieferte dem Homer (um 870) den Stoff zu seinen unsterb-lichen Heldengesängen, der Jlias und der Odyssee-

8 17.

Die dorische Wanderung. Lykurg, der Gesetzgeber Spartas.

1. Das erste geschichtliche Ereignis ist die dorischeWanderung (1104). Unter Führung der Herakllden, d. i. derNachkommen des Herakles (Herknles), verlassen die Dörner ihr Ge-biet zwischen Öta und Parnaß, gehen über den korinthischen Meer-busen und erobern in harten Kämpfen den größten Teil des Pelo-Ponnes. Die Bewohner desselben werden teils unterworsen, teilswandern sie aus. So setzen sich die Jonier in Attika und auf dennahen Inseln fest. Der Opfertod ihres Königs Kodrus rettete ihrenStaat vor den nachdrängenden Dörfern.

2. Unter diesen zeichneten sich die Bewohner der 88VLandschaft Lakonien, die Spartaner, auch Lakedämonier ^genannt, vor den meisten Griechen durch einfache OM,,-!.'Sitten, durch Vaterlandsliebe und Tapferkeit-aus. Dies verdankten sie vorzugsweise den Gesetzen und Einrich-tungen des weisen Lykurg, der um das Jahr 880 v. Chr. lebte.

3. Lykurg war der jüngere Bruder eines spartanischenKönigs. Als dieser schon früh starb, wäre es ihm ein Leichtes ge-wesen, den Thron an sich zn reißen. Lykurg war aber von solchemUnrecht weit entfernt; er übernahm die Regierung nur als Vormundseines Neffen und suchte diesen zu einem tüchtigen Herrscher heranznbilden. Da dessen ungeachtet viele ihn seiner strengen Recht-schaffenheit wegen haßten und heimlicher Absichten auf den Thronbeschuldigten, verließ Lykurg sein Vaterland.

4. Er kam zuerst nach der Insel Kreta, wo er die Einrich-tungen des weisen Königs Minos kennenlernte und sich alles dasmerkte, was er für nützlich und anwendbar in seiner Vaterstadt an-sah. Später gelangte er auch nach Jonien, einem gesegneten Land-strich an der Küste von Kleinasien. Hier hatten ausgewanderteGriechen eine Reihe von Pflanzstätten gegründet, in denen höhereGesittung noch früher als im Mutterlande emporblühte. Dort lernteer auch die herrlichen Gedichte Homers, die Jlias und die Odys-see kennen, von denen man in Griechenland noch wenig wußte. Daer wohl einsah, welch ein treffliches Mittel sie für die Bildung seinerLandsleute sein würden, brachte er zuerst jene Werke nach Europaund machte seine Mitbürger damit bekannt.