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reichen Spanien hinüber, um durch Eroberung dieses reichen2 18 — 201 wo sie schon Niederlassungen besaßen, ihrem
^ geschwächten Staate wieder aufzuhelfen. Aber dies
7 ^ weckte von neuem die Eifersucht der R ö m c r. Als daher
^ Hannibal, Hamilkars Sohn, die Stadt Sagunt,
——:-H welche mit den Römern verbündet war, zerstörte, kam es
zum zweiten punischen oder Hannibalischen Kriege (218—201).
2. Schon als neunjähriger Knabe hatte Hannibal seinemVater, als er nach Spanien ging, ewigen Haß gegen die Römergeschworen. Voll glühender Vaterlandsliebe, mit körperlichen undgeistigen Borzügen ausgestattet, hat er sich in dem Kriege als klugenStaatsmann und als einen der größten Feldherren aller Zeitengezeigt. Mäßig und streng gegen sich teilte er alle Mühen undEntbehrungen mit den gemeinen Soldaten. Er schlief gewöhnlichim einfachen Reitermantel auf bloßer Erde. Im Kampfe war erder Tapferste, im Unglück nie verzagt, im Glücke nie übermütigund unbesonnen.
3. Um die Römer in ihrem eigenen Lande anzugreifen, unter-nahm Hannibal 218 seinen denkwürdigen Zug über die Pyrenäen,durch Gallien, über die Alpen (über den Kleinen St. Bernhard)nach Italien unter außerordentlichen Schwierigkeiten und auf zumTeil noch nie betretenen Wegen.
4. Dann schlug er die Römer rasch nach einander am Ti-clnus und an der Trebia in Oberitalien (218), am See Tra-simenus in Etrurien (217). Ohne erheblichen Widerstand an demDiktator Fabius Mapimus „dem Zauderer" zu finden, zog Hanni-bal darauf nach Unteritalien. Hier brachte er 216 den Römerndurch seine überlegene Kriegskunst die furchtbare Niederlage bei Cannäin Apulien bei, wo nebst dem Konsul Ämilius Paullns über70 000 Römer sielen.
5. Doch verzagten diese nicht und zeigten gerade im Unglückeine seltene Größe. Selbst den andern Konsul Tcrentius Varro,der durch seine ungestüme Hitze hauptsächlich das Unglück bei Cannäherbeigeführt hatte, nahmen sie dankend in ihre Stadt auf, weil eran der Rettung des Vaterlandes nicht verzweifelt habe.
6. Bald belohnte auch das Glück wieder die Standhaftigkeitder Römer. Hannibal wurde von seinem Vaterlande, wo neidischeMenschen ihm entgegenwirkten, nicht genügend unterstützt; er konntedaher seit der Schlacht bei Cannä nichts Bedeutendes unternehmen.Die Römer dagegen eroberten das mit Hannibal verbundeneSyrakus, welches sich durch die Maschinen des großen Mathe-matikers Archimädes zwei Jahre lang glücklich verteidigt hatte (212).Auch Kapua, das Hannibal nicht durch seinen denkwürdigen Zugvor die Thore Roms retten konnte (211), mußte sich wiederunterwerfen.