50
(„Übrigens meine ich, daß Karthago zerstört werden muß!") geführtePartei als Vorwand zum dritten finnischen Krieg. Derselbe wurdemit verabscheuungswürdiger Hinterlist von den Römern geführt. Abererst nach dem heldenmütigsten Widerstände wurde Karthago von demjüngeren Scipio erobert und zerstört (146).
3. In demselben Jahre wurde auch Korinth, damals die blühendsteHandelsstadt Griechenlands, von Mnmnnus erobert und zerstört.Dadurch wurde auch Griechenland der römischen Herrschaft unter-worfen. Zahlreiche Kunstschätze kamen nach Italien.)
4. Kurz vorher war Mazedonien römische Provinz ge-worden. Denn König Philipp war, weil er mit Hannibal imBunde gestanden hatte, von den Römern mit Erfolg bekriegt worden(197). Als darauf Perseus, Sohn und Nachfolger des Philipp,den Kampf gegen die rücksichtslosen und herrschsüchtigen Römer be-gann, wurde er bei Pydna (168) besiegt und starb in römischerGefangenschaft. Sein Land wurde bald darauf römische Provinz.
5. Fast um dieselbe Zeit hatten die Römer ihre Herrschaft auchnach Kleinasien ausgedehnt. Anlaß hierzu gab ihnen der eroberungs-süchtige König Antiochus der Große von Syrien, der den flüch-tigen Hannibal aufgenommen hatte. Antlöchus wurde 190 besiegtund mußte einen Teil seines Reiches an die Römer abtreten.
6. Spanien, wo die Römer seit dem zweiten panischen Kriegezu kämpfen hatten, beruhigte erst der Besieger Karthagos, indem er133 Nmnantia nach heldenmütigem Widerstände zerstörte. In dem-selben Jahre erbten die Römer vom Könige Attälus von Pergä-mum auch dessen Reich. Asien wurde römische Provinz.
§ 42.
^Verderbnis der Repnblik. Die Gracchen. Jugurtha.
1. Durch solche glückliche Kriege hatten die Römer die schön-sten Küstenländer des Mittelmeeres ihrer Herrschaft unterworfen.Aber dadurch kamen auch ungeheuere Reichtümer nach Rom, welchedie Selbst- und Genußsucht der Menschen nährten. Die Sitten desVolkes verfielen mehr und mehr.
2. Insbesondere hatten sich die Vornehmen (uodilbs) alsStatthalter in den Provinzen große Reichtümer erworben, währenddas niedere Volk in Rom selbst in drückender Armut schmachtete undfast allen Landbesitz an die Reichen verlor. Auch hatten diese durchden Einfluß ihres Geldes es dahin gebracht, daß die Staats-ämter und die Staatslände reien fast ausschließlich in die Händeihrer Familien kamen. Diese bildeten seitdem in Rom einen neuenAdel, den man die Nobilität oder auch die Optimatenparteinannte.