Buch 
Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
Entstehung
Seite
52
JPEG-Download
 

52

germanischen Völkerstänune waren nämlich von Norden her (um113 v. Chr.) ins römische Reich eingefallen und hatten mehrererömische Heere vernichtet. Darauf wandten sie sich uach Gallien undverweilten hier mehrere Jahre. In diesen Tagen der Not wurdeMarius fünfmal nacheinander zum Konsul erwählt. Nachdem erdie Kriegszucht wieder hergestellt und seine Soldaten an den Anblickder gefürchteten Barbaren gewöhnt hatte, vernichtete er zuerst dieTeutonen bei Aquä Sextiii in der heutigen Provence im Jahre102 und im folgenden Jahre die Kimbern bei Vercellä in Ober-italien vollständig.

-— 3. Als einige Jahre später gegen König Mithri-

v. Chr. dätes von Pontus, den tapfern und unermüdlichen

Erster Bür- Gegner der römischen Herrschaft in Asien, ein schwerergerkrieg in Krieg ausbrach, übertrug der Senat den Oberbefehl anSulla. Dieser gehörte einem vornehmen Adels-geschlechte an und hatte sich bereits durch Kriegsruhm, namentlich imBundesgenossenkriege, hervorgethan. Aber Marius glaubte,mehr Anspruch auf diese Auszeichnung zu haben, und wurde durchdie Volkspartei ebenfalls zum Feldherrn gegen Mithridates er-wählt (88).

4. Dies war das Zeichen zum Ausbruch eines greuelvollenBürgerkrieges zwischen den Parteihäuptern, in dem Sulla dieOberhand gewann und sich durch seine Anhänger zum Diktator-auf unbestimmte Zeit ernennen ließ. Da wütete er als ein abscheu-licher Tyrann gegen die Anhänger des Marius und des Volkes.

Die Volkspartei sollte ausgerottet werden. Durch tägliche öffentlicheAchtserklärungen (Proskriptionen) kamen über 100000 Bürger /um ihr Leben und Vermögen. Darauf stellte er die Herrschaft desSenats und damit der Optimalen wieder her.

5. Doch bald ekelte ihn selbst vor solch einer Herrschaft. Er-legte die Diktatur freiwillig nieder (79) und starb schon im folgendenJahre auf seinem Landgute.

8 44.

Das erste Triumvirat. Pompejus. Crassus. Cäsar.

tzfgj 1. Einige Jahre nach Sulla erhielten drei Mänuer

v. Chr. den größten Einfluß auf die Angelegenheiten des Staates,Erstes Tri- nämlich der durch Kriegsruhm hervorragende Pompejus,urnvirat. der reiche Crassus und Casus Julius Cäsar, der beidedurch Tüchtigkeit und Größe des Geistes weit übertraf. (Sulla:„In dem einen Cäsar stecken viele Marius!") Diese verbanden sichaus Ehrgeiz miteinander, um alle Macht im Staate an sich zureißen. (60.) Man nannte die Verbindung dieser drei Männer