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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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tz 59.

Die Völkerwanderung.

Attila.

1. Den Übergang von: Altertum zum Mittelalter bildet dieVölkerwanderung. Unter derselben verstehen wir das langsameHin- und Herziehen verschiedener Völker, insbesondere der Ger-manen von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. DieUrsache war teils Übervölkerung, teils die den Germanen eigen-tümliche Wanderungslust. Das Ergebnis derselben war die Grün-dung germanischer Reiche in den römischen Provinzen.

2. Denn die kräftigen und bildungsfähigen Germanen warenvon der göttlichen Vorsehung bestimmt, an die Stelle der entartetenBewohner des römischen Reiches zu treten und durch Ausnahme derchristlichen Religion der Boden für eine neue, höhere Welt-bildung zu werden.

—— 3. Die Veranlassung zur eigentlichen Völkerwan-

N derung (375 bis 568) war der Einfall der mongolischen

Wanderung. Hunnen durch das Völkerthor in Europa.

- Die Hunnen waren von den Hochebenen Ost-asiens hergekommen. Sie waren wüst und häßlich von Gestalt;aber als treffliche Reiter und Bogenschützen verbreiteten sie durchihre wilde Tapferkeit und ihre Plünderungssucht überall Schreckenvor sich her.

4. Um die Mitte des fünften Jahrhunderts vereinigte einaußerordentlicher Mann, Attila (Väterchen von uttu — Vater;Etzel) mit Namen, auch die Geißel Gottes genannt, die zahllosenScharen der Hunnen, die sich bis dahin in den Steppen Südruß-lands und Ungarns umhergetrieben hatten. Er drang mit ihnenunter furchtbaren Verwüstungen nach Westen über den Rhein bis indie Mitte Galliens vor.

— ^-^7- — 5. Hier auf den katalannischen Feldern bei

Chalons an der Marne stellten sich ihnen mehrereschlackt deutsche Völkerschaften, die schön früher in Gallien

- eingewandert waren, nämlich die Westgoten unter

Theodörich und die Franken, ferner die Römer unter ihrem ge-schickten Feldherrn, dem Goten Astius, entgegen. Nach einerfurchtbar blutigen Schlacht zog sich Attila zurück (451). Mehr als150000 Leichen bedeckten die Walstatt. Dadurch war das Germa-nentum vor dem Untergänge durch die asiatischen Horden bewahrt.

6. Attila brach im folgenden Jahre in Oberitalien ein undbedrohte sogar Rom. Er ließ sich jedoch durch Vorstellungen desrömischen Bischofs Leo des Großen zur Umkehr bewegen, zumalsein Heer zur Eroberung der festen Städte wenig geeignet war.Viele waren bei der Verheerung Oberitaliens vor den wilden Fremd-lingen auf die kleinen Inseln in den Lagunen (Lachen) des Adria-