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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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§ 88 .

Umschiffung der Erde. Sklavenhandel.

1. Mit großem Eifer wurden die Entdeckungen des Kolumbusfortgesetzt. Dies geschah besonders von Ferdinand Kortez, dermit wenigen Leuten das große Mexiko, und von Franz Pizarro,der das reiche Peru, beide in einheimischer Kultur ziemlich fort-geschrittene Staaten der neuen Welt, für Spanien eroberte. Bal-boa gelangte zuerst zum Stillen Ozean. Der Portugiese Kabralwurde auf einer Fahrt nach Ostindien durch Stürme westlich ver-schlagen und entdeckte das gold- und diamantenreiche Brasilien. DerEngländer Kabot hatte Neufundland aufgefunden.

2. Der in spanischen Diensten stehende Portugiese FerdinandMagelhaens fuhr mit fünf Schiffen zuerst kühn durch die nachihm genannte Magelhaens-Straße und gelaugte auf westlichemWege zu den Philippinen. Hier verlor er zwar im Kampfe mitden Wilden sein Leben; aber seine Leute setzten das Unternehmenfort, steuerten weiter bis zu den Gewürzinseln oder Molukkenund kehrten von da auf dem von den Portugiesen entdeckten Wegeum das Kap der guten Hoffnung nach dreijähriger Abwesenheit nachEuropa zurück. So wurde die erste Reise um die Erde (1519bis 1522) zurückgelegt und die Kugelgestalt der Erde auch durch dieErfahrung bestätigt.

3. Später folgten noch andere Weltumsegelungen, wie die desEngländers Franz Drake (1577—1580), der die wichtigste Pflanzeder neuen Welt, die unschätzbaren Kartoffeln, nach Europa brachte,und die des berühmten englischen Seefahrers James Cook, der dieErde dreimal (1768—1779) umfuhr und den größten Teil Austra-liens entdeckte.

4. Die außerordentliche Fruchtbarkeit der neuen Welt und ihrReichtum au Erzeugnissen jeder Art, besonders auch an edlen Metallen,an Gold und Silber, auch Lust zu Abenteuern, Habsucht und Notführten bald viele taufende Europäer dorthin. Spanier, Portu-giesen, Engländer und Franzosen gründeten gewinnreiche Kolo-nieen. Die Eingeborenen selbst aber, die Indianer, wurden vonden habsüchtigen Europäern behandelt, wie wenn sie keine Menschenwären, und wurden in den Bergwerken und Pflanzungen zu denhärtesten Arbeiten angehalten.

5. Vergebens suchte der edle spanische Dominikanermönch LasCasas, der sein ganzes Leben den armen Indianern widmete, andem spanischen Hose Erleichterungen für diese zu erwirken. Er kamauf den Gedanken, statt der schwächeren Indianer die kräftigerenNeger aus Afrika zu den Arbeiten in Amerika zu verwenden. Da-durch gab er wider Willen zu dem abscheulichen Sklavenhandel