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2. Zum Schutze ihres Glaubens und ihrer Selbständigkeitschlössen deshalb die protestantischen Fürsten zu Schmalkalden*einen Bund (1531). Wahrscheinlich wäre es schon jetzt zu Gewalt-thätigkeiten gekommen, hätte der Kaiser nicht der Hilfe der Prote-stanten gegen die Türken bedurft. Deshalb gewährte er ihnen imNürnberger Religionsfrieden (1532) Duldung bis zur Ent-scheidung durch ein Konzil. Luther sah den Ausgang dieser Ereig-nisse nicht mehr. Er starb am 18. Februar 1546 zu Eisleben,seinem Geburtsorte, im 63. Jahre und wurde in der Schloßkirchezu Wittenberg begraben.
3. Indessen verlor der Kaiser mehr und mehr die Hoffnung,den kirchlichen Zwiespalt gütlich beizulegen. Die Protestanten hattensich auf Luthers Anraten geweigert, an der Kirchenverfaimnlnngzu Trient (1545) teilzunehmen, weil diese unter dem vorherrschendenEinflüsse des Papstes stehe und daher nicht frei sei. Da der Kaisermit Frankreich Frieden hatte, rüstete er sich, um die religiöse undpolitische Einheit im Reiche herzustellen. Er erklärte, als nun derschmalkaldische Bund gegen ihn heranzog, die Häupter desselben,den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen und den Land-grafen Philipp den Großmütigen von Hessen, in die Reich sacht.Süddeutschland wurde leicht unterworfen. Dann wandte sich derKaiser nach Norden.
4. Der Kurfürst Johann Friedrich wurde von dem kaiser-lichen Heere aber bei Mühlberg an der Elbe geschlagen (1547), erselbst gefangen und seines Kurfürstentums entsetzt. Dasselbe erhieltHerzog Moritz von Sachsen, der, wiewohl selbst Protestant, auchVetter des Kurfürsten und Schwiegersohn Philipps des Groß-mütigen, Verbündeter des Kaisers gewesen war. Auch der LandgrafPhilipp unterwarf sich nun dem Kaiser und behielt sein Land, wurdeaber ebenfalls verhaftet. Beide Gefangenen wurden schlecht behandelt.
5. Als aber Moritz seinen- Ehrgeiz befriedigt sah und nun dasan seinen Glaubensgenossen begangene Unrecht wieder gutmachen wollte,trat er plötzlich als Beschützer des Protestantismus auf. Erverband sich heimlich mit Frankreich, an das er dafür die deutschenStädte Metz, Toul und Verdun verriet, und rückte mit einem Heeregegen den Kaiser, der krank zu Innsbruck lag. In dieser Lageverstand sich der Kaiser jetzt zu einem Ausgleich mit den Protestanten.Im Passauer Vertrage (1552) erhielten die gefangenen Fürsten ihreFreiheit; die religiösen Fragen sollte ein Reichstag regeln.
Auf dem Reichstage zu Augsburg (1555) erhielten die Lutheranerim Angsburger Religionsfrieden freie Religionsübung im Reiche.(Geistlicher Vorbehalt.) Doch sollten die Unterthanen dem Bekenntnis
* Im Regierungsbezirk Kassel.