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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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4. In Frankreich hatte der „Bürgerkönig" Louis Philippauf dem Throne bald seine früheren Versprechungen vergessen. VonSelbstsucht verblendet, war er mehr für das Wohl seiner Familieals für das Frankreichs besorgt.

Auf solche Weise entfremdete sich Louis Philipp die Herzendes französischen Volkes mehr als sein Vorfahr Karl X. Die Er-bitterung steigerte sich, als Louis Philipp und sein MinisterGuizot in hartnäckiger Verblendung sich der Forderung nach einerAusdehnung des Wahlrechts auf einen größeren Teil des Volkeswidersetzten. Es bedurfte nur eines kleinen Funkens, um den vor-handenen Zündstoff zu einer verzehrenden Flamme anzufachen.

5. Um die Ausdehnung des Wahlrechts zu erlangen, fanden imLande viele Versammlungen statt. Eine solche sollte auch in Parisabgehalten werden. Als jedoch die Regierung sie verbot und damitdas freie Vereins- und Versammlungsrecht beschränkte, kam

es zu einem Aufstande, der Februarrevolution. Dieser --

Kampf endigte mit dem Sturze des Königtums. Am 24.

Februar 1848 wurde zu Paris die „zweite Republik" rttwlution

ausgerufen und eine vorläufige Regierung ein- --

gesetzt: Louis Philipp war nach England entflohen, wo er mitseiner Familie bis zu seinem Tode zurückgezogen lebte.

6. Eine neue Nationalversammlung gab Frankreich einerepublikanische Verfassung. Als erster Präsident der Re-publik wurde im Dez. 1848 Louis Napoleon Bonaparte, einNeffe des Kaisers Napoleon I., gewählt. Er befestigte und er-weiterte jedoch seine Gewalt durch den Staatsstreich vom 2. Dez.1851. Er herrschte nun mit unumschränkter Gewalt über Frankreichund ließ sich im folgenden Jahre (2. Dez. 1852) als NapoleonIII.* zum Kaiser der Franzosen ernennen.

s 116.

Die Folgen der Februarrevolution in Italien.

1. Die Folgen der Februarrevolution in Frankreichzeigten sich auch im übrigen Europa. Die erschütternde Bewegung,die von jenem Lande ausging, teilte sich zunächst Italien, Deutsch-land und Ungarn mit.

2. In Italien hatte schon vor den Februarereignissen PapstPins IX. mit Abschaffung alter Mißbräuche und mit zeitgemäßenÄnderungen im Kirchenstaat den Anfang gemacht. Indem er Italienzu einem Staate mit Rom als Hauptstadt vereinigen wollte, gab

* „Napoleon ll.", der „König von Rom", war der 1811 geboreneSohn Napoleons l. und der Marie Luise von Österreich, -s 22. Juli1832 zu Wien als „Herzog von Reichstadt".