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Männer wurden zu Hauptleuten für den zu führenden Krieg gewählt,vor allem Hohensax, erlaucht durch seinen alten Adel und damals wegender Vertreibung der Franzosen aus Italien in vorzüglichem Ruhmestrahlend; mit fliegenden Fahnen eilen diese alsbald nach Italien. Über-all werden Krieger eingeschrieben, obgleich kein Sold geboten wird undkein Geld vorhanden ist, was niemals vorher geschehen war, indem siemit solcher Lust ihre Namen gaben, dass es wunderbar erscheinen konnte,wie der neue, das alte Bündnis treuer Freundschaft bedeckende Hass sostark geworden war. Denn als wilde, aber charakterfeste und in ihrerEinfalt hochherzige Menschen, hatten sie es nicht mit Gleichmut er-tragen können, dass Ludwig [XII], nachdem er mit ihrer starken Hilfeund ihrem Blute mannigfaltige Siege errungen, jüngst knauserigen undundankbaren Gemütes, um sich den Krieg weniger kosten zu lassen, un-bekannte deutsche Söldner, die sich in allen möglichen Diensten herum-getrieben, ihnen vorgezogen hatte, die doch seine Nachbarn waren undGallien zu allen Zeiten gegen äussere Gewalt aufs bereitwilligste ver-teidigt hatten. Zu allererst überschritten die Anführer von Uri, Seineizund Unteriealden , welche sie Ammänner nennen, als die nächsten anItalien, die Alpen, angetrieben durch die besondere Sorge auch um ihreeigenen Besitzungen. Denn indem sie in den frühern Kriegen den Fran-zosen Bellinzona entrissen und jüngst Lugano besetzt, hatten sie ihreOberherrlichkeit nach Italien ausgedehnt und glaubten diese sowohl desgrossen Vorteils, als auch des öffentlichen Ansehens halber um jedenBreis bewahren zu müssen. Diesen folgten in zusammenhängendem Zuge dieübrigen Scharen aus Glarus, Zug, Luzern, Schaff hausen und endlich nacheiniger Zeit die Banner der Zürcher und Berner, der angesehensten undmächtigsten Orte. Im letzten Zug, bei welchem sich 5000 auserlesene Fuss-knechte befanden, war Hohensax, dem man befohlen hatte, wegen derAnordnungen hinsichtlich der Lebensrnittel auf dem Marsche, soweit esauf kurzem Wege geschehen könne, durch Graubünden zu eilen.
Zur gleichen Zeit war Sforza, bestürzt über die ungünstigen Be-richte aus dem wankenden Ligurien und durch den unerwarteten Abfalldes Saccamoro Visconti 1 , mit den ersten Scharen der Schiceizer nachXovara geeilt, um in der zuverlässigen Stadt sicher vor Verrat dieankommenden Heerhaufen zu erwarten.Schon flogen die franzö-
sischen Feldherrn von Turin zur Belagerung Xoearas herbei . . . Mitgrossem Aufwand von Geschütz wurden die Mauern von Xovara be-schossen, ebensosehr zum grossen Schrecken der Bürger, wie zur merk-lichen Fröhlichkeit der Schweizer. Denn diese verachteten mit seltenerEinstimmigkeit und unerschrokenen Mutes, wiewohl die Mauer nieder-geschossen und weithin offen war, die Stärke des so grossen, wohl ver-sehenen Heeres und die Drohungen der Franzosen so sehr, dass sieerklärten, sie werden inwendig keinen Wall, wie sonst Kriegsbrauch ist,und durchaus keinerlei Schutzwehren errichten, um den Ansturm desangreifenden Feindes aufzuhalten. .Umsonst beschwor sie Silvio Sabello,sie möchten wenigstens gestatten, dass durch die Hände der italienischenSoldaten und der Bürger hinter dem eingestürzten Mauerstück ein Quer-
1 Saccamoro Visconti, der militärische Befehlshaber in Mailand, erklärtesich für den König von Frankreich.
Oeciisli, Quellenbuch.
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