Karl der Große.
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war ein riesenhafter Baum, der nach dem Glauben des Volkes das Weltall trug. Zwarwurde Friede geschlossen, doch folgten immer wieder neue Erhebungen, die mit Waffen-.gemalt unterdrückt werden mußten. Endlich hatten die Sachsen sich der Notwendigkeitgefügt, und ihr Heerbann wurde gegen die Slaven im Osten aufgeboten. Da wurdemitten im Frieden, aus Anstiften Wittekinds, beim Süntel ein fränkischer Heerhaufenüberfallen und niedergemacht. Zur Strafe ließ Karl — nur dem Gefühl der Rachefolgend — bei Verden an der Aller 4500 Sachsen enthaupten (782). Ein allge-meiner Aufstand war die Folge. Das Kriegsglück entschied indes gegen die Sachsen.Sie erlitten an der Hase eine entscheidende Niederlage. Da gelobten ihre HerzögeWittekind und Albion Unterwerfung, versprachen die Ausbreitung des Christen-tums nicht mehr zu hindern und ließen sich taufen. Ihrem Beispiel folgte das Volk.Nun entstanden überall christliche Gotteshäuser, und durch Gründung zahlreicher Bis-tümer (Halberstadt, Paderborn, Bremen, Münster, Osnabrück u. a.) war man bemüht,das Christentum zu befestigen und christliches Leben zu fördern. Durch die ungewohnteAbgabe des Zehntens an die Kirche erbittert, empörten sich die Sachsen trotzdem noch-mals. Erst nach dreijährigem Kampfe, und nachdem man 10000 sächsische Familienaußer Landes geführt und fränkische dafür angesiedelt hatte, trat Ruhe ein.
Zug gegen die Langobarden. Der Longobardenkönig Desidcrins fühlte sichvon Karl beleidigt, weil dieser sich von seiner Gemahlin, einer Tochter des Königs,hatte scheiden lassen. Deshalb fanden alle Anschläge, die gegen den Bestand desfränkischen Reiches gerichtet waren, an ihm eine Stütze. So nahm er auch KarlmannsWitive bei sich auf, erkannte deren Söhne, seine Enkel, als Könige der Franken anund verlangte von dem Papste Hadrian I. deren Salbung. Als dieser sich dazu nichtbereit finden ließ, bedrängte er ihn und besetzte eine seiner Städte nach der andern.In seiner Not wandte der Papst sich an Karl. Dieser überstieg mit einem gewaltigenHeere die Alpen und bezwäng Desiderius in seiner Hauptstadt Pavia (774). Desi-derius wurde in ein fränkisches Kloster gesteckt, Karl aber zog nach Mailand undsetzte sich die eiserne Krone*) dtt Langobarden aufs Haupt. Damit war Oberitalienmit dem fränkischen Reiche vereinigt.
Gründung der spanischen Mark. Der Kalif Abderrahmnn in Cordova hatteden Statthalter von Zaragossa abgesetzt. Von dem letzteren zu Hilfe gerufen, zogKarl über die Pyrenäen, bekämpfte die Muselmanen und drang bis zürn Ebro vor.Er setzte den Statthalter wieder ein und nahm ihn in Lehenspflicht. Auf dem Rück-züge wurde die von Roland, Karls Schwestersohn, geführte Nachhut von dem tapferenBergvolks der Basken überfallen und vollständig vernichtet. Dies verlangte Strafeund Sühne. Nach vielen blutigen Kämpfen wurde Spanien bis an den Ebro erobertund als spanische Mark dem fränkischen Reiche zugefügt.
Gründung der Ostmark. In Bayern gebot Herzog Thasfilo, ein Neffe Pipinsund Schwiegersohn des entthronten Königs Desiderius. Er trug sein Herzogtum vonden Franken zu Lehen. Um sich unabhängig zu machen, verband er sich mit Fremden.Als Karl ihn darüber zur Rechenschaft aufforderte, erschien er auf dem Reichstag zuWorms (787), gelobte Treue und stellte Geiseln. Gefoltert von dem Gefühl der De-mütigung und aufgereizt von seiner stolzen Gemahlin, die es nicht verwinden konnte,daß ihr Vater in unfreiwilliger Klosterhaft schmachtete, brach jedoch Thasfilo zumzweitenmal die Lehenstreue, verband sich mit den Avaren (im heutigen Österreich) undrüstete zum Kampfe. Auf einem nach Jngelheim einberufenen Reichstage klagteKarl den übelberatenen Fürsten des Treubruchs an. Thasfilo wurde seines Herzog-tums verlustig erklärt und zum Tode verurteilt. Karl begnadigte ihn zu ewigerHaft in einem Kloster. Gleiches Los traf seine Gattin wie seine Söhne. In derklösterlichen Stille zu Lorsch an der Bergstraße fand Thassilos Seele Ruhe. Aufeinem Reichstage zu Frankfurt erschien er vor Karl und verzichtete feierlich aus alle
*) Diese Krone besteht aus einem einfachen goldenen. Reifen. Sie bat ihren Namen von einemschmalen eisernen Reifen im Innern, der nach der Sage aus einem Nagel vorn Kreuze Christi geschmiedetworden sein soll. Sie wird im Tom zu Monza in Oberitalien aufbewahrt.