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K. Schenks Lehrbuch der Geschichte : für Präparandenanstalten / in Übereinstimmung mit den neuen Lehrplänen bearb. von H. G. Schmidt. 1. Teil: für die dritte Präparandenklasse / Übersichtliche Darstellung der deutschen Geschichte bis 1648
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Dritte Periode. 1273 1517 . Stände und Sekten.

siebter vereinigte ein Schüler des Antonius, namens Pachomius,zu einem gemeinsamen Leben. Auf einer Nilinsel, abgeschlossen vomVerkehr, wurde eine gemeinsame Wohnung (Kloster) angelegt; dortwurde gemeinsam gebetet, gefastet, gebüßt und gearbeitet. An derSpitze des Klosters stand Pachomius selbst als Abt (Abbas = Vater);die Glieder der Vereinigung hießen untereinander Brüder. Vor derWelt bürgerte sich aber immer mehr der Name Mönche für dieKlosterbewohner ein. Die Ordnung, nach der sie lebten, hieß ihreRegel. Pachomius gründete auch noch ein'Kloster für Frauen, andessen Spitze er seine Schwester als Äbtissin stellte. Die Gliederdes Frauenklosters hießen Nonnen.

b) Seine Ausgestaltung. Im Abendlande entstanden be-sonders iu Gallien und Italien viele Klöster. Martin von Toursich um 400) soll schon von 2000 Mönchen zu Grabe getragen wor-den sein. Durch die Völkerwanderung geriet das Klosterleben iniAbendlande in Verfall. Da wurde Benedikt von Nürsia sein Er-neuerer. Dieser gründete auf dem Monte Cassiuo (etwa gleich weit vonNeapel und Rom) im Jahre 529 ein Kloster und gab ihm eine Regel,die von der größten Bedeutung wurde. Er verlangte von allen Ein-tretenden die Ablcgung eines dreifachen Gelübdes, des Gehorsamsgegen den Abt (als Stellvertreter Christi), der Keuschheit uud derArmut und verpflichtete sie zur Arbeit, Armenpflege und Gastfreund-schaft. Wer ins Kloster aufgenommen werden wollte, mußte als No-vize (Neuling) ein Probejahr durchmachen, ehe er zur Ablegung desGelübdes zugelassen wurde. Die Einrichtungen Benedikts gingen aufalle Klöster des Abendlandes über; die in Deutschland gegründeten(s. Bonifatius) erhielten sie zum Muster. Die Klöster wurden langeZeit die wichtigsten Pflegestätten des Christentums und der Kul-tur. Die Mönche nahmen sich der Seelsorge an, erzogen die Jugend,schrieben Bücher ab, übten sich in den Künsten und Wissenschaften,pflegten die Kranken, beherbergten die Reisenden, machten weithin denBoden urbar und betrieben Acker-, Garten- und Obstbau. GrößereKlöster glichen mit allen für diese Zwecke eingerichteten Nebengebäudenkleinen Städten. Die bedeutendsten deutschen Klöster waren St. Gal-len, Fulda und Corvey.

c) Seine Gefährdung. Indessen hingen mit dem Kloster-leben auch allerlei Verirrungeu zusammen. Viele Mönche gerieten ineinen geistlichen Hochmut und eiferten oft blind in Lehrstreitigkeiten;andere ließen sich das Kloster eine bequeme Versorgungsstätte sein,und je mehr Vermögen die Klöster durch eigene Betriebsamkeit undSchenkungen anderer erhielten, desto mehr suchten weltliche Herrenihre Äbte zu werden, und desto üppiger und müßiger verlief das Leben derMönche. So waren schon vor den Kreuzzügen viele Klöster in Verfall geraten.