34. Ottos Krönung zum römischen Kaiser. 38. Der Gottessrieden. 27
Nachdem er so geredet hatte, ergriff er den Schild und die heilige Lanzeund wandte zuerst selbst sein Roß gegen die Feinde, des tapfersten Kriegersund des trefflichsten Feldherrn Aufgabe zugleich erfüllend. Die Kühnerenunter den Feinden leisteten anfangs Widerstand. Dann, als sie ihre Ge-fährten die Flucht ergreifen sahen, erschraken sie. gerieten zwischen die Reihendes Königs Otto und wurden niedergemacht. Von den übrigen zog sich einTeil, deren Pferde ermüdet waren, in die nächsten Dörfer, wurde von Be-waffneten umringt und samt den Gebäuden verbrannt. Andere schwammendurch den Fluß; aber da das jenseitige Ufer keinen Halt zum Aufsteigen dar-bot, wurden sie vom Strome verschlungen und kamen so ums Leben. Andemselben Tage wurde das Lager genommen. Alle Gefangenen wurden be-freit. An, zweiten und dritten Tage wurde von den benachbarten Burgenaus die übrige Menge dermaßen aufgerieben, daß nur sehr wenige entkamen.Aber nicht ohne Opfer war der Sieg über ein so wildes Volk.
Dem Herzog Konrad, der tapfer kämpfte, wurde durch die innere Glutder Sonnenwärme, die an diesem Tage sehr heftig war, gewaltig heiß. Alser die Bänder gelöst hat und Luft schöpft, fällt er, von einem Pfeile durchdie Kehle getroffen. Sein Körper wurde auf des Königs Befehl ehrenvollnach Worms geführt und hier unter den Thränen und Klagen aller Frankenbegraben.
Die Anführer des Ungarnvolkes wurden gefangen und büßten mit einemschmählichen Tod, wie sie es verdient hatten; sie wurden nämlich durch denStrang zum Tode gebracht. Glorreich durch den herrlichen Sieg, wurde derKönig Otto von seinem Heere und Volke als Vater des Vaterlandes begrüßt.
34. Ottos Krönung zum römischen Kaiser.
(962.)
In der Chronik des Regina heißt es:
König Otto begab sich durch Bayern und Trient nach Italien. Beinahealle Grafen und Bischöfe Italiens kamen ihm entgegen und empfingen ihnehrenvoll, wie es sich geziemte. Kraft seiner königlichen Gewalt zog er, ohneWiderstand zu finden, nach Pavia und befahl, den von Berengar zerstörtenPalast wieder zu erbauen.
962 feierte der König Weihnachten in Pavia, zog dann nach Rom undfand hier freundliche Aufnahme. Er wurde unter dem Beifall des ganzenrömischen Volkes und der Geistlichkeit von dem Papste Johannes zum Kaiserund Augustus ernannt und eingesetzt. Der Papst behielt ihn auch mit vielerHerzlichkeit bei sich und gab ihm das Versprechen, während seines Lebens nievon ihm abzufallen.
35. Der Gottesfrieden.
Der Erzbischof von Arles. die Bischöfe von Avignon und Nizza und der Abtvon Clngny richteten 1041 namens der Geistlichkeit von Gallien an die italienischeGeistlichkeit folgende Zuschrift:
Wir bitten und beschwören euch alle, die ihr Gott fürchtet, an ihn glaubtund durch sein Blut erlöst seid, daß ihr möget wachsam fein, für das Heil der