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Erster Teil.
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vom Dasein gelöst, die Ruhe gefunden hat, den nenne ich einenwahren Brahmanen*).

14. Sitten der Perser.

Herodot, I. 131 —138, 140.

Bearbeitet nach J. Chr. F. Bähr. K. Abicht und Lange-Güthling.

Die Perser haben meines Wissens folgende Sitten: Götter-bilder, Tempel und Altäre aufzurichten, ist bei ihnen nicht Brauch,ja sie rechnen es denen, die das tun, als Torheit an, und zwar,wie ich glaube, darum, weil sie sich die Götter nicht menschen-ähnlich denken wie die Hellenen. Ihrem Zeus — sie bezeichnendamit den ganzen Himmel'— pflegen sie die Opfer auf den höch-sten Berggipfeln darzubringen. Sie opfern aber auch der Sonneund dem Mond, der Erde, dem Feuer, dem Wasser und denWinden. Wenn einer opfern will, so führt er das Tier an einereine Stätte und ruft den Gott an, die Tiara**) meist bekränztmit Myrtenzweigen. Für sich als einzelnen darf er kein Heilerflehen, wohl aber betet er um Segen für alle Perser und fürden König; unter allen aber ist er ja auch inbegriffen. Wenner das Opfertier in Stücke zerlegt und das Fleisch gekochthat, streut er das zarteste Gras, meist Klee, unter. Danntritt ein Magier***), ohne den man nicht opfern darf, hinzuund stimmt die Theogonief) an, wie sie die Gebetformel nennen.Der Opfernde wartet eine Zeitlang, trägt darauf sein Fleischvon dannen und gebraucht es nach Gutdünken.

Am höchsten von allen Tagen pflegt ein jeder seinen Ge-burtstag zu feiern. Da halten sie es für billig, ein reichlicheres

*) Der Brahmanismus erfuhr viele Umwandlungen und Fortbil-dungen in sektiererischen Bestrebungen. Xur eine abweichende An-schauung wurde als Buddhismus zu einer eigenen Religion, ähnlichwie die Reformation des sechzehnten Jahrhunderts aus der katholi-schen Kirche hervorwuchs. Man darf die Brahmanen nicht unbedingtals Buddhas Feinde betrachten; mochten sich viele auch ablehnendoder feindselig verhalten, so erklärten sich doch andere als Anhängerder neuen Lehre.

**) Schmiegsame Kopfbedeckung, aus' Filz oder Zeug, bei Für-sten und Priestern aufrechtstehend.

***) Priester der Meder und Perser. Sie waren die Inhaber desreligiösen Wissens, die Verwalter der Gebräuche des Kultus, die ..reinenMänner“, die ein einfaches Leben führen mußten.

f) Gesang von der Götterschöpfung.