Band 
Erster Teil.
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Der du das Auge zuerst auf Gott und den Himmel gerichtetUnd mit den Strömen des Lichts Leben und Sitte verklärt;Der du gemischt den sokratischen Scherz zu der samischen

.Weisheit*)

Und zu harmonischem Bund streitende Kräfte vermählt.

35. Vom besten Staat.

Aristoteles, Politik IV (VI), llf. Nach J. H. von Kirchmann

und H. Wolf.

Welches die beste Verfassung und das beste Leben für diemeisten Staaten und für die meisten Menschen ist, kann nichtnach einer Tugend entschieden werden, die über die Kräfteder einzelnen geht, noch nach einer Erziehung, die einer vomGlück abhängigen Natur und Ausstattung bedarf, noch nacheiner Verfassung, die man sich nach seinen Wünschen ausmalt.Vielmehi- darnach, ob sie ein Leben ermöglicht, wie es die mei-sten führen können, und ob sie so beschaffen ist, daß sie diemeisten Staaten annehmen können. Wenn ich in meiner Ethikrichtig gesagt habe, daß das ein glückseliges Leben sei, wo mandie Tugend ohne Hindernisse üben könne, und daß die Tugend feineMitte zwischen zwei Gegensätzen sei, so muß ein Leben aufmittlerem Wege notwendig das beste sein und zwar auf solcherMitte, wie sie jedem erreichbar ist. Dieselben Bestimmungenmüssen aber auch für die Trefflichkeit oder Schlechtigkeit desStaates und seiner Regierung gelten; denn die Regierung istgewissermaßen das Leben des Staates.

In allen Staaten gibt es drei Klassen: sehr reiche, sehr armeund drittens solche, die in der Mitte zwischen beiden stehen.Wenn nun das Gemäßigte und die Mitte als das beste anerkanntworden ist, so ist klar, daß ein mäßiger Besitz von allen Glücks-gütern das allerbeste ist; denn da vermag man am leichtestender Vernunft 'zu folgen. Dagegen fällt es dem übermäßig Schönen,dem allzu Starken, Idem Manne von sehr edler Abkunft oder demzu Reichen und anderseits dem übermäßig Armen, dem allzuSchwachen oder idem Isehr Niedrigen schwer, der Vernunft zu fol-gen. Jene werden leicht übermütige Frevler im Großen, diese

*) D. h. des Pythagoras, der wahrscheinlich ans Samos stammte;Platon schöpfte viel aus dessen Lehren.