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weil schon der Untergang der Plejaden*) nahte, und er dieTruppen wegen der bereits erlittenen und wegen der noch erwar-teten Strapazen in mutloser Stimmung sah, so rief er siezusammen und suchte ihnen Mut einzusprechen, wozu ihm dervor Augen liegende Anblick Italiens als alleiniges Hilfsmitteldiente. Denn es lag so zu Füßen der Alpen, daß, wenn manbeide nebeneinander betrachtete, diese gleichsam eine Hochburgganz Italiens zu bilden schienen. Indem er ihnen daher die Ebenen■am Po zeigte und sie an die wohlwollende Gesinnungder dort wohnenden Gallier erinnerte, zugleich aber auch dieGegend, wo Rom selbst liege, andeutete, ermutigte er seineLeute wieder einigermaßen.
Am nächsten Tage brach er dann auf und begann den Abstieg.Hierbei stieß er zwar nicht mehr auf Feinde, die ausgenommen,welche ihm heimlich Schaden zufügten; dagegen erlitt er infolgedes schwierigen Weges und des Schnees nicht viel geringereVerluste als beim Aufstieg. Da nämlich der Weg abwärts engund steil war, der Schnee überdies jede Stelle, auf die man trat,bedeckte, so stürzte alles, was vom Wege abgeriet und zuFalle kam, in die Tiefe hinab. Indes ertrugen sie diese Be-schwerde, da sie bereits an solche Übel gewöhnt waren; sobaldsie aber an eine Stelle kamen, die man ihrer Schmalheit wegenweder mit den Elefanten noch mit den Lasttieren passieren konnte,da die Absturzstelle schon früher beinahe anderthalb Stadienlang gewesen war, jetzt aber neuerdings noch weiter abgestürztwar, da wurde das Heer aufs neue von Mutlosigkeit und Angstergriffen. Anfangs nun versuchte der Feldherr der Kar-thager, diese schwierige Stelle zu umgehen; als aber Schnee fielund diesen Marsch unmöglich machte, stand er davon ab.
Man befand sich in einer besonderen und ungewöhnlichenLage. Da nämlich auf den bereits früher vorhandenen und vondem vorigen Winter liegen gebliebenen Schnee soeben der dies-jährige gefallen war, so war dieser letztere leicht durchzutreten,weil er wegen seiner Frische noch zart und wenig tief war.
*) Siebengestirn, die Sterne der Schiffahrt, mit deren Aufgang;die der Seefahrt günstige Jahreszeit, mit deren Untergang die Zeit;der Stürme beginnt. Ihr Frühuntergang findet etwa am 26. Oktober'statt; Hannibal scheint jedoch schon Anfang September auf dem Paßangelangt zu sein.