Band 
Erster Teil.
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auch die Weiber und Kinder, sodaß ihr Geschrei und Gewinselhörbar ist. Sie sind die erwünschtesten Zuschauer und die höchstenRubmeszeugen jedes Tapferen. Zur Mutter, zur Gattin geht ermit seiner Wunde, und sie zählen und untersuchen die Streicheohne Zagen, gehen auch aufs Schlachtfeld, um den KämpfernLebensmittel zu bringen und sie zum Ausharren zu ermuntern.Nach den Berichten sind mehrfach schwankende und weichendeSchlachtreihen durch die Frauen wieder zum Stehen gebrachtworden.

Sie haben Lieder, deren Vortrag, Barditus genannt, ihrenKampfesmut steigert und sogar als Vorbedeutung für den Ausgangder Schlacht benutzt wird. Je nachdem der Gesang durch dieReihen hallt, ist das Entsetzen auf des Feindes oder auf ihrerSeite. Es ist, als ob nicht ihre Kehlen, sondern der Kriegsgottsänge. Vor allem ist es ihnen um unheimliche, abgebrocheneTöne zu tun; sie halten den Schild vor den Mund, damit derWiderhall den Klang noch voller und gewaltiger macht.

Die Leichen der Gefallenen suchen sie, auch wenn dieSchlacht unentschieden ist, zu retten. Für besonders schmachvollgilt der Verlust des Schildes; der ehrlos Gewordene darf wederan den Opfern, noch an den Beratungen teilnehmen, daher dennmancher, der aus dem Kriege sein Leben davongebracht hat, durchden Strick der Schmach ein Ende macht.

40. Die Schlacht im Teutoburger Walde, 9 n. Chr.*)

Dio Cassius, Römische Geschichte, LVI, 18—22. Nach Leonhard Tafel.Veile jus Paterculus, Zwei Bücher römischer Geschichte, II, 117 f.Nach F. Hoffmann.

Florus, Über römische Geschichte, IV, 12. Nach IV. M. Pahl.

Dio: Die Römer besaßen einige Bezirke in Deutschland, nichtbeisammen, sondern wie sie gerade erobert worden waren, wes-halb ihrer auch die Geschichte nicht erwähnt. Ihre Soldatenüberwinterten daselbst und legten Städte an, und die Barbarenfügten sich bereits nach römischer Sitte, kamen auf die Markt-

*) Man glaubt, das Schlachtfeld im Arnsbergerwald gefundenzu haben, wo man 1911 ein 1,5 km langes und 1 km breites, plan-mäßig angelegtes Gräberfeld festgestellt hat, auf dem sich über tausendMassengräber befinden. — Vgl. das Kärtchen im Putzgerschen Atlas.