Band 
Erster Teil.
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Betrachte niemals etwas als nützlich für dich, was dich einstzwingen könnte, dein Wort zu brechen, deine Ehre zu verlieren,jemanden zu hassen, zu verdächtigen, ihm zu fluchen, dich gegenihn zu verstellen; wünsche- nie etwas, das durch Mauern oderVorhänge verborgen werden müßte.

Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut; wer das Unrechtnicht verbietet, wenn er kann, befiehlt es!

Denke zu jeder Tageszeit daran, in deinen Handlungen einenfesten Charakter zu zeigen, wie er einem Römer und einemMann geziemt: einen ungekünstelten, sich nie verleugnendenErnst, ein Herz voll Freiheits- und Gerechtigkeitsliebe. Ver-scheuche jeden anderen Gedanken, und das wirst du können,wenn du jede deiner Handlungen als die letzte deines Lebensbetrachtest, frei von Überstürzung, ohne irgend eine Leiden-schaft, welche der Vernunft ihre Herrschaft entzieht, ohne Heu-chelei, ohne Eigenliebe und mit Ergebung in den Willen desSchicksals. Du siehst, wie wenig zu beobachten ist, um ein fried-liches, von den Göttern beglücktes Leben zu führen. Die Be-folgung dieser Lehre ist ja alles, was die Götter von uns ver-langen.

Alles, was dir widerfahren mag, war dir von Ewigkeit herso vorher bestimmt, und die Verkettung der Ursachen hat vonAnfang her dein Dasein und dieses dein Geschick mit einanderverknüpft.

Was die Allnatur jedem zuträgt, ist ihm zuträglich, und ge-rade dann zuträglich, wenn sie es zuträgt.

Ziehe dich in dich selbst zurück. Die in uns herrschendeVernunft ist ja von der Natur, daß sie im Rechttun Heiterkeitund Selbstzufriedenheit findet.

Unterdrücke die bloße Einbildung; hemme die Leidenschaft,dämpfe die Begierde; erhalte die königliche Vernunft bei derHerrschaft über dich selbst!