Band 
Erster Teil.
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Agape*). Mag es kosten, was es will, es ist Gewinn, wenn manim Namen der Frömjmigkeit Geld ausgibt; denn allen, auchArmen, helfen wir durch diese Erquickung. Dabei geht es nichtso her wie bei euch, wo Schmarotzer nach dem Ruhm streben,ihre Freiheit zu verkaufen um den Preis, daß isie ihren Bauch unterBeschimpfungen mästen; vielmehr gelten die Geringen in GottesAugen um so mehr. Ist also der Grund, weshalb wir das Mahlfeiern, ein edler, so bemesset danach den weiteren Verlauf derFeier. Bei allem, was im Dienste der Religion geschieht, kannGemeinheit und Zuchtlosigkeit nicht aufkommen. Nicht eher be-geben wir uns zu Tische, als bis man sich durch ein Gebet zuGott erquickt hat. Man ißt so viel, als Hungrige zu sich nehmen;man trinkt so viel, als züchtigen Menschen gut ist; man sättigtsich mit dem Gedanken, daß man auch in der Nacht Gott anbetensoll; man redet in dem Bewußtsein, daß Gott es hört. Sind dieHände gewaschen und die Lichter angezündet,' dann wird jedereinzelne aufgefordert, aus den heiligen Schriften oder nach eige-nem Vermögen Gottes Lob zu verkünden. In gleicher Weisebeschließt ein Gebet das Mahl. Alsdann geht man auseinander,um in derselben Weise Zucht und Sittsamkeit zu pflegen: hatman doch nicht sowohl ein Mahl, als die Lehre in sich auf-genommen.

Wenn der Tiber bis an die Stadtmauern dringt, wenn der Nildie Fluren nicht überschwemmt, wenn die Himmelstore verschlos-sen sind, daß es nicht regnet, wenn die Erde bebt, Seuche undHungersnot über die Menschen kommt, sofort heißt es: „Vor dieLöwen mit den Christen.“

Immer größer wird unsere Zahl, so oft wir niedergemähtwerden; das Blut der Christen ist der Samen [der Kirche]. Vielevon euch**) mahnen, Schmerz und Tod mit Geduld zu ertragen: soCicero und Seneca, und doch gewinnen ihre Worte nicht so vieleSchüler, wie die Christen, die durch Taten lehren.

*) Liebesmahl in der ersten christlichen Kirche, die gemeinsameAbendmahlzeit.

**) Der heidnischen Römer.