Band 
Erster Teil.
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Dies war der Inhalt des ersten Edikts gegen uns. Bald darauferschien noch ein zweites, nach dem alle Vorsteher der Ge-meinden aller Orten zuerst in Fesseln gelegt, sodann aber aufjegliche Weise zum Opfern gezwungen werden sollten.

Damals nun boten sehr viele Vorsteher der Gemeinden, welchedie grausamsten Martern mit Mut erduldeten, ein erhebendesBeispiel. Sehr viele andere aber, deren Seele durch Furchterschüttert worden war, erlagen ohne weiteres dem ersten Anfall.Von den übrigen hatte jeder eine besondere Marter zu erdulden.Der eine wurde mit Geißelhieben gequält, der andere mit un-erträglichen Foltern und Messern zerfleischt, wobei bereits einigeauf die elendeste Art ihren Tod fanden. Einer wurde auch mitGewalt fortgestoßen und zu den abscheulichen, unheiligen Opfernhingeschleppt und konnte dann fortgehen, obwohl er keineswegswirklich geopfert hatte. Ein anderer hatte sich weder den Al-tären genähert, noch etwas Unreines angerührt; aber er kamdavon, weil einige sagten, er habe geopfert, und weil er diese Ver-leumdung still hinnahm. Wieder einer wurde halbtot aufgehobenund als ein wirklicher Toter hingeworfen. Wieder einer, der aufdem Boden lag, wurde an beiden Füßen fortgezogen und hernachzu denen gezählt, die geopfert hatten. Einer schrie und beteuertemit lauter Stimme, daß er nicht geopfert habe; einer rief, er seiein Christ und zeigte sich stolz auf das Bekenntnis diesesseligmachenden Namens. Dennoch wurden auch diese von derdazu beorderten zahlreichen bewaffneten Macht, indem man siedurch Schläge auf den Mund und in das Gesicht zum Schweigenzu bringen suchte, mit Gewalt fortgejagt. Einen so großenWert legten die Feinde der Religion darauf, in allen Stückendas Ansehen zu haben, daß sie ihren Zweck erreicht hätten.Allein dies gelang ihnen bei den heiligen Märtyrern nicht.

Als das Edikt gegen die Gemeinden in Nikomedien an einemöffentlichen, weithin sichtbaren Orte angeschlagen war, riß essofort ein angesehener Mann, der unter den weltlichen Würden-trägern eine hohe Stelle einnahm, von Eifer um Gott getriebenund von feurigem Glauben erfüllt, als frevelhaft und gottlosab und zerriß es. Zwei Kaiser waren gerade in derselben Stadtanwesend, der älteste und der, welcher den vierten Herrscher-platz nach ihm einnahm.*) Jener Mann, der sich so unter allen

*) Diokletian und sein Cäsar Ctalerius.