Band 
Erster Teil.
Seite
336
JPEG-Download
 

336

Ehren ausgezeichnet wurde. Sein Todesjahr ist nicht bekannt. Berühmtmachten ihn seine durch Stil und Inhalt ausgezeichneten Reden, meistphilosophischen oder moralischen Inhalts. Der Geschichtschreiber Cassius Dio(s. d.) ist sein Enkel.

Eusebios, geh. um 264 zu Cäsarea in Palästina, Bischof daselbst seit313, gest. 340 n. Chr., ist der „Vater der Kirchengeschichte“. Seine griechischabgefaßte „Kirchengeschichte“ behandelt die Zeit bis 324, wurde aber mehr-fach fortgesetzt. Sein „Leben Konstantins“ ist eine Lobpreisung vomchristlichen Standpunkt aus.

Flavius Josephus, geh. 37 n. Chr. zu Jerusalem als Spröfsling einesPriestergeschlechtes, war Augenzeuge der Belagerung Jerusalems durchTitus. In Rom, wo er die letzte Zeit seines Lebens zubrachte, schrieb eru. a. in sieben Büchern eine „Geschichte des jüdischen Krieges“ und zwanzigBücher „Jüdische Altertümer“, eine Geschichte seines Volkes vom Welt-anfang bis in Neros Zeit.

Florus lebte im zweiten Jahrhundert n. Chr. und stammte wahr-scheinlich aus Afrika. In seinem Geschichtswerk behandelt er die Kriegs-geschichte Roms von der Zeit der Könige bis zur Regierung des Augustus.Viele unrichtige Angaben und eine deklamatorische Darstellung beein-trächtigen den Wert des Buches stark.

Herodotos, der „Vater der Geschichte“, wie ihn Cicero nennt, wurdezwischen 490 und 480 v. Chr. zu Halikarnassos in Karien (im S. W. Klein-asiens) als Sohn angesehener Eltern geboren. Seine Jugendreiselust be-friedigte er durch ausgedehnte Fahrten nach den Inseln, Küstenstädtenund Seehäfen Kleinasiens und Griechenlands, nach Italien und Sizilien,in die Euphratländer und ans Schwarze Meer. Besonders das WunderlandÄgypten hat er eingehend bereist und studiert. Später lebte er längere Zeitin Athen. Er starb um 424. — Seine „Geschichten“, von alexandrinischenKritikern in neun Bücher abgeteilt, sind das erste bedeutende historischeWerk. Während die sogenannten Logographen ihr Hauptinteresse denMythen und Sagen der Vorzeit zuwandten, die Geschichte einer Stadt nuroder eines Stammes schrieben, bietet Herodot eine zusammenhängendeDarstellung der Geschichte Asiens und Europas von den lydischen Königenbis auf die Perserkriege. Das Werk hat insofern einen nationalen Charakter,als es in seinem Kern den Kampf zwischen Europa und Asien, den Siegder Hellenen über die Barbaren referierend darstellt. Die Weltanschauungdes Verfassers ist sittlich-religiös; er glaubt an die Gottheit als gerechteVerwalterin der sittlichen Weltordnung und Lenkerin der Geschichte. Demgesammelten Stoffe steht er nicht ohne Kritik gegenüber, und obwohl erhie und da Ungenaues, Unrichtiges und Sagenhaftes wiedergibt, oft auchseinen athenfreundlichen Standpunkt stark hervortreten läßt, wird mandoch an seiner Wahrheitsliebe nicht zweifeln, sondern annehmen dürfen,er habe selbst geirrt.

Hippokrates aus Kos (Insel an der kleinasiatischen Küste), geb. um460, gest. spätestens 359 v. Chr. Über das Leben dieses berühmtestengriechischen Arztes und Begründers der wissenschaftlichen Medizin sind

-