Band 
Vierter Teil.
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schützen. Nun kam man zur letzten Pforte, welche hauptsächlich denEingang zur Festung bildet. Nachdem man die Belagerer umsonst er-mahnt, sich zurückzuziehen, da wurde endlich befohlen, auf dieselben zuschielen. Herr Launay hatte sich mit dreilig Invaliden auf die Plattformbegehen. Dreilig andere Invaliden waren zu beiden Seiten des Portalsin den Zimmern und Schieilöchern, um dasselbe zu beschützen. Es kosteteMühe, bis sie sich dahin begaben. Erst nach vielem Zureden konnte mansie bewegen, auf die Feinde zu schießen. Ich befand mich mit meinerMannschaft in dem Hof des Schlosses, gegenüber dem Portal, wo ichdrei Zweipfünder hatte, die von zwölf Soldaten bedient wurden, um denEingang zu beschützen, wenn das Portal durchgehauen wäre. Um ihnenden Vorsatz, den sie hatten, das Portal zu durchbrechen, beschwerlicherzu machen, ließ ich in die aufgezogene Fallbrücke zwei Löcher hauen,worin ich zwei von meinen Stücken zu setzen gedachte, um damit dieBrücke zu wischen. Ich konnte aber mit selben nicht nahe genug herbei-rücken, um sie mit Vorteil gebrauchen zu können. Ich ließ deswegen indieselben zwei Ramportgewehre 1 hineinsetzen und sie mit Geschmetterladen. Man konnte aber keinen großen Gebrauch davon machen, weil dieFeinde sich hinter die Mauern der Vorhöfe zurückgezogen hatten, vonwo sie durch die Schieilöcher auf uns feuerten. Unterdessen hatten sieeinen Wagen mit brennendem Stroh auf den Eingang der Brücke ge-bracht und das Haus des Gouverneurs, welches in unserem Hofe lag,in den Brand gesteckt. Dieses hinderte uns, daß wir den Feind nichtmehr in großer Anzahl sehen konnten. Sie hatten fünf Achtpfünderstückeund einen Bombenkessel herbeigeführt, welche sie nicht weit davon inBatterie gesetzt, von wo sie unsere Türme beschossen, von denen mit •unsern Kanonen gegen sie gefeuert wurde. Auf diese Weise scharmütztenwir drei Stunden. Die Belagerer hatten, wie wir seither gehört, 160 Toteund Verwundete; wir aber hatten einen Mann verloren und nur wenigVerwundete. Als die Feinde sahen, daß ihr Geschoß ohnmächtig an denMauern abpralle, machten sie Anstalten, die Tore einzubrechen, undbrachten die Stücke auf die Brücke, welche zum Portal führt. SobaldHerr Launay diese Anstalten von den Türmen aus sah, schien er gänz-lich den Kopf verloren zu haben. Ohne jemanden vom Stab oder vonder Garnison zu beraten und ihre Meinung zu vernehmen, ließ er durcheinen Tambour das Zeichen zur Übergabe gehen. Ich hörte auf zu feuern,sah mich nach Herrn Launay um, den ich im Begriffe fand, einen Zettelzu schreiben, worin er den Belagerern meldete : Er habe 2000 ZentnerPulver in der Festung; wenn sie die Kapitulation nicht annehmen, dannwerde er die Festung, die Garnison und die ganze Gegend in die Luftsprengen. Ich machte ihm Vorstellungen und sagte: Wir seien noch nichtdazu genötiget, wir haben noch keinen Schaden erlitten, die Tore seiennoch unverletzt. Wir seien noch nicht im Fall, uns übergeben zu müssen.

Er war aber unfähig, etwas anzuhören, und iibergab mir den Zettel mitdem Befehl, ihn dem Feinde zukommen zu lassen. Ich Übermächte ihn

1 Soll wohl heißen Rempartgewehre, d. h. schwere Gewehre großen Kalibers,Wallbüchsen.