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Gemüter, und ein allgemeines Händeklatschen und Geschrei: «Bravo!Bravo! Bravo! Suisse!» zeigte mir, daß man mein Anerbieten angenommenund daß man mir Gnade widerfahren ließ. Sogleich brachte man Weinherbei, und wir mußten trinken auf das Wohlergehen der Stadt und derNation. Man führte uns zum Palais-Royal in den Garten, um uns demVolke zu zeigen, welches aber noch nicht ganz besänftiget schien. EinVersehen gewann uns alle Gemüter. Zu dieser Zeit wurde gerade einStaatsgefangener, den man bei der Einnahme der Bastille befreit, imTriumph im Garten herumgefiihrt. Als wegen der Anwesenheit von Staats-gefangenen ein Gelärm erhoben wurde, da wurden wir ebenfalls als solcheangesehen. In diesem Augenblick hatte alles Mitleid mit uns. Einigeglaubten sogar, die Wundmale von den Ketten und Banden an unsernHänden zu sehen. Man führte uns in einen Saal. Ein Redner stellte sichans Fenster und rief uns herbei, um uns dem im Garten zahlreich ver-sammelten Volke zu zeigen. Er sagte nebst anderem: Wir seien befreiteStaatsgefangene, welche von den Generälen und Offizieren in die Bastillegesteckt worden, weil wir ihren Befehlen, auf die Bürger zu schießen,nicht gehorchen wollten. Wir verdienen ihre Hochachtung, und er empfehleuns ihrer Gutherzigkeit. Es wurde jemand mit einem Körblein geschickt,um für uns das Opfer aufzunehmen. Bald nachher kam er mit 12—15Gulden zurück und bezahlte das Nachtessen, welches man uns unter-dessen gegeben hatte. Nun wurden wir wieder auf das Rathans geführtund zu zwei und drei in verschiedene Bezirke verteilt. Mein Wachtmeister,ein Soldat und ich wurden in den Bezirk Saint-Jean-en-Greve geschickt,wo wir die Nacht in der Pfarrkirche, die als Wachtstube diente, zuge-bracht. Als wir da angekommen, glaubte ich, daß ich nun außer Gefahrsei und für mein Leben nicht mehr zu fürchten habe. Ich legte michdeshalb auf eine Bank und wollte schlafen, was ich schon seit mehrerenTagen nicht mehr getan. Mehrere Invaliden, die mit uns in der Festunggewesen und die man gefangen genommen, wurden schon diesen Abendentlassen und in ihre Hotels zurückgeschickt. Bevor man sie aber gehenließ, wurden sie über den Hergang der Verteidigung des Schlosses undüber das Betragen eines jeden in Gegenwart von vielem Volk und derfranzösischen Garde befragj. Diese klagten sehr über mich und sagten:Ich sei die größte Schuld an dem Widerstand, den man geleistet. Ichhabe sie zu feuern angehalten. Ich sei der einzige gewesen, welcher dieFestung erhalten wollte. Ohne mich wäre das Schloß wahrscheinlich, ohnedaß man einen Schuß getan, übergeben worden. Dadurch wurde das Volkwieder neuerdings gegen mich aufgebracht. Sogleich setzte man mich inKenntnis von dem, was vorgefallen. Man beschnarchte mich, drohte mirund versicherte mir, daß meine Sache noch keineswegs ausgemacht seiund daß man erst am morgigen Tag über mich absprechen werde. Eswurde der Wache wieder auf ein neues befohlen, mich mit Sorgfalt zubewachen. Ein Teil der Invaliden wurde erst den 15. morgens entlassen.Auch diese wurden zuvor verhört. Diese klagten mich ebenfalls an, undsie hätten es wahrscheinlich so weit gebracht, daß man mich noch andiesem Tage aufgehängt hätte, wenn nicht ein Unbekannter, der Gewalthatte, Stillschweigen geboten und gesagt: Sie haben jetzt genug Un-